Ordner mit Nazi-Tattoo arbeiteten beim CSD: Wie konnte das denn passieren?

Berlin - Nach dem Einsatz von Ordnern mit rechtsextremen Tattoos beim Berliner Christopher Street Day (CSD) hat sich der Senat eingeschaltet.

Hunderttausende Menschen feierten am vergangenen Samstag in Berlin den Christopher Street Day. Ordner mit rechtsextremen Tattoos sorgen für Aufgregung.
Hunderttausende Menschen feierten am vergangenen Samstag in Berlin den Christopher Street Day. Ordner mit rechtsextremen Tattoos sorgen für Aufgregung.  © Christoph Soeder/dpa

Es sei ein Gespräch mit der Schwulenberatung und weiteren Organisationen geplant, teilte die Senatsverwaltung für Justiz, Vielfalt und Antidiskriminierung am Dienstag mit. Es müsse sichergestellt werden, dass keine rechten Sicherheitsbeschäftigten beim CSD eingesetzt würden.

"Queerfeindliche Rechtsextremisten haben auf einer Pride nichts verloren, auf der es um Akzeptanz und gleiche Rechte und die Bekämpfung von Diskriminierung geht", betonte Saraya Gomis (46), Staatssekretärin für Vielfalt und Antidiskriminierung.

Der Berliner CSD ist eine der größten Veranstaltungen der lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans-, queeren und intergeschlechtlichen Community (LGBTQI) in Europa.

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Bei der Parade am vergangenen Samstag waren Hunderttausende durch mehre Stadtteile der Hauptstadt gezogen. Es waren mehrere Ordner mit rechtsextremen Tattoos zu sehen, Fotos davon waren auch in sozialen Medien zu sehen.

Security mit rechtsextremen Tattoos beim Christopher Street Day: Veranstalter reagiert entsetzt

"Bei uns gingen zahlreiche Beschwerden hinsichtlich von Ordnern mit rechtsextremen Tattoos wie der sogenannten Schwarzen Sonne ein, die unter Neonazis und Rechtsextremisten als Erkennungssymbol dient", so Staatssekretärin Gomis. Erste Hinweise habe Justizsenatorin Lena Kreck (Linke), die selbst am CSD teilnahm, noch während der Parade erhalten, hieß es.

Der Veranstalter des CSD zeigte sich entsetzt. Zugleich verwies der Verein darauf, dass jeder Teilnehmer mit einem Fahrzeug selbst für den Einsatz von Ordnern und Ordnerinnen zuständig sei. "Vorausschauend auf das nächste Jahr werden wir die Anmeldeunterlagen für Fahrzeuge entsprechend anpassen und alle Gruppen für die Thematik noch stärker sensibilisieren", betonte der Veranstalter am Montag.

Titelfoto: Christoph Soeder/dpa

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