Organisierte Kriminalität in Berlin weiter auf dem Vormarsch?

Berlin - Ist die Rate der Straftaten im Berliner Clan-Milieu tatsächlich angestiegen oder werden die Fälle mittlerweile einfach konsequenter verfolgt? In der Hauptstadt sind im vergangenen Jahr jedenfalls mehr als doppelt so viele Ermittlungsverfahren gegen die Organisierte Kriminalität von Clans geführt worden als im Jahr zuvor.

Nach einer Razzia im Berliner Clan-Milieu führen Polizeibeamte einen Verdächtigen ab. (Symbolfoto)
Nach einer Razzia im Berliner Clan-Milieu führen Polizeibeamte einen Verdächtigen ab. (Symbolfoto)  © Paul Zinken/dpa

Wie aus dem am Montag veröffentlichten Lagebild Organisierte Kriminalität (OK) der Berliner Polizei hervorgeht, gab es 2019 insgesamt elf Clan-Verfahren.

2018 waren es demnach noch fünf sogenannte OK-Komplexe gewesen. Vier der Verfahren gegen Clans lagen im Bereich der Eigentumskriminalität, vier weitere im Bereich Rauschgifthandel/-schmuggel.

Berlins Innensenator Andreas Geisel (54, SPD) wertete die Entwicklung als Erfolg. "Dies zeigt einmal mehr, dass die verstärkte und konsequente Bekämpfung dieser Strukturen auf allen Ebenen erfolgreich ist", erklärte er laut Mitteilung.

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Clankriminalität wird in dem Bericht definiert als "die Begehung von Straftaten durch Angehörige ethnisch abgeschotteter Subkulturen".

Insgesamt gab es im Jahr 2019 dem Bericht zufolge 56 Verfahren gegen Organisierte Kriminalität mit insgesamt 432 Tatverdächtigen. 2018 waren es 59 Verfahren mit 462 Verdächtigen.

Bundesweit stieg die Zahl der von deutschen Polizeibehörden geführten Ermittlungsverfahren von 535 auf 579 Fälle im Jahr 2019. Berlin steht nach Nordrhein-Westfalen, Bayern und Niedersachsen an vierter Stelle.

Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport informiert bei Twitter über die Lage zur Organisierten Kriminalität in Berlin

Neben den elf Clan-Verfahren wurden in dem Bericht für Berlin zwei weitere Schwerpunkte genannt: So gab es 2019 fünf Verfahren gegen Rockerkriminalität (eins weniger als 2018) und sieben Verfahren gegen Russisch-Eurasische Organisierte Kriminalität (fünf weniger als 2018).

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

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