Peinlicher Fauxpas beim RBB: Sendebeitrag wegen Grünen-Politiker gelöscht

Berlin - Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hat einen Video-Beitrag im Internet mit einer Straßenumfrage zum Berliner Radverkehr wegen Fehlern gelöscht.

Grünen-Politiker Georg Kössler (36) kam ohne Kennzeichnung in einer Straßenumfrage des RBB zu Wort, was zu einer Löschung des Sendebeitrags geführt hat. (Archivfoto)
Grünen-Politiker Georg Kössler (36) kam ohne Kennzeichnung in einer Straßenumfrage des RBB zu Wort, was zu einer Löschung des Sendebeitrags geführt hat. (Archivfoto)  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

In der Umfrage kommt ein Grünen-Politiker aus dem Abgeordnetenhaus zu Wort, ohne als solcher kenntlich gemacht worden zu sein, wie der öffentlich-rechtliche Sender am Sonntag mitteilte.

Über Twitter äußerte sich der Sender auch: "Wir haben die Straßenumfrage 'Radfahren in Berlin' gelöscht. Einer der Interviewten ist der Grünen-Abgeordnete Georg Kössler (36). Er war als solcher nicht gekennzeichnet. Wir bedauern den Fehler."

Vom RBB hieß es weiter, man habe am Samstag nach Hinweisen von Usern und anderen Medien den fehlerhaften Social-Media-Beitrag entfernt.

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Sender-Sprecher Justus Demmer sagte auch: "Die im Netz auch erhobenen Manipulationsvorwürfe weisen wir allerdings in aller Deutlichkeit zurück." Der Sender sprach von "handwerklichen Fehlern".

Dazu zählte nach Senderangaben auch, dass in dem Beitrag ein "Fahrradexperte" gezeigt wird, der auch freischaffend für den RBB tätig ist. Diese Verbindung sei nicht deutlich gemacht worden.

Der RBB räumt seinen Fehler bei Twitter ein

Mehrere Medien, darunter die Zeitung "Bild", hatten online über den Fall rund um die Straßenumfrage berichtet.

Auf dpa-Nachfrage bei der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, ob Kössler bei der Umfrage dem Interviewteam seine Funktion transparent gemacht habe, antwortete eine Sprecherin so: Er sei vor einigen Wochen spontan auf dem Rad von RBB-Reportern zum Radverkehr in Berlin interviewt worden.

"Er ist selbstverständlich davon ausgegangen, dass er als Abgeordneter des Berliner Abgeordnetenhauses erkannt und gekennzeichnet wird." Dass dies nicht geschehen ist, sei ein Fehler des Senders, für den er sich bereits entschuldigt habe. "Das Löschen des Beitrags ist dementsprechend angemessen", hieß es von der Sprecherin weiter.

Titelfoto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

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