#allesdichtmachen: Kulturstaatsministerin Grütters übt Kritik an Netz-Kampagne

Berlin - Kulturstaatsministerin Monika Grütters (59, CDU) hat die Internetaktion #allesdichtmachen teils bekannter Schauspielerinnen und Schauspieler kritisiert.

Monika Grütters (59, CDU), Kulturstaatsministerin, vermisst Empathie bei #allesdichtmachen.
Monika Grütters (59, CDU), Kulturstaatsministerin, vermisst Empathie bei #allesdichtmachen.  © Fabian Sommer/dpa

"Wir alle, jeder einzelne von uns, viele Berufszweige, ganze Branchen, bringen enorme Opfer in dieser Pandemie", sagte die CDU-Politikerin am Freitag in Berlin. Sie habe großes Verständnis dafür, dass viele Betroffene dabei auf ihre jeweils spezifischen Einschränkungen aufmerksam machten. "Das ist auch nötig, damit die Politik in einem wahnsinnig schwierigen Abwägungsprozess nichts übersieht."

Das Virus sei ein Angriff auf ein Lebensmodell, "es trifft die Kulturwelt in ihrem Lebensnerv", sagte Grütters. Sie verstehe die Nöte der Kreativen.

"Bei allem Respekt vor der Freiheit der Kunst" wandte sie zugleich ein: "Ich hätte mir von den an der Aktion #allesdichtmachen beteiligten Schauspielerinnen und Schauspielern deutlich mehr Empathie für die Menschen gewünscht, die vom Coronavirus betroffen sind oder im Gesundheitssystem harte Arbeit leisten."

Es gehe in dieser Naturkatastrophe um die Rettung von Menschenleben, "das dürfen wir nie vergessen".

Grütters sagte, sie werde sich "weiterhin mit aller Kraft für die Sicherung der kulturellen Vielfalt in Deutschland einsetzen". So sei das Programm "Neustart Kultur" auf zwei Milliarden Euro aufgestockt worden.

Unter dem Motto #allesdichtmachen hatten Dutzende Film- und Fernsehschauspieler mit ironisch-satirischen Clips die Corona-Politik der Bundesregierung kommentiert. Die Aktion, an der Künstler wie Jan-Josef Liefers (56), Heike Makatsch (49), Ulrich Tukur (63), Volker Bruch (41), Meret Becker (52), Ulrike Folkerts (59) oder Richy Müller (65) beteiligt sind, hatte für Aufsehen gesorgt. Andere prominente Schauspielkollegen reagierten entsetzt.

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

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