Berlins Innensenator verurteilt Tat auf Hauptstadt-Autobahn und warnt

Berlin - Der Berliner Innensenator Andreas Geisel (54, SPD) hat am Mittwoch eine Stellungnahme veröffentlicht, in der er die islamistisch motivierte Tat auf der Stadtautobahn verurteilt.

Berlins Innensenator Andreas Geisel (54, SPD), hier bei einem Besuch der Polizeiakademie, hat am Mittwoch Stellung zu der islamistisch motivierten Tat auf der Stadtautobahn genommen.
Berlins Innensenator Andreas Geisel (54, SPD), hier bei einem Besuch der Polizeiakademie, hat am Mittwoch Stellung zu der islamistisch motivierten Tat auf der Stadtautobahn genommen.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Am Dienstagabend hatte ein 30-jähriger Iraker absichtlich mehrere Motorradfahrer auf der A100 zu Fall gebracht und dabei teilweise schwer verletzt.

Erste Ermittlungen ergaben, dass es sich bei dem Vorfall um einen islamistisch motivierten Anschlag gehandelt haben soll.

"Nach jetzigem Stand der Erkenntnisse gehen wir von einem islamistischen Anschlag aus. Ein religiös motivierter Tathintergrund ist nicht ausschließen. Dies werden jetzt die weiteren Ermittlungen zeigen. Wir müssen im Augenblick davon ausgehen, dass die Unfälle gezielt herbeigeführt wurden", so Geisel in seiner Stellungnahme.

Und weiter: "Ich bin bestürzt, dass Unbeteiligte aus dem Nichts heraus Opfer einer Straftat geworden sind. Wenn ein Auto gezielt auf Motorradfahrer auffährt, haben diese keine Chance."

"Ich hoffe, dass die drei Schwerverletzten sich rasch wieder erholen. Einer von ihnen ist Angehöriger der Berliner Feuerwehr, der auf dem Heimweg war. Ihnen allen gelten unsere Genesungswünsche."

Andreas Geisel: Berlin steht weiterhin im Fokus des islamistischen Terrorismus

Ermittler arbeiten auf der Berliner Stadtautobahn A100 in Höhe der Ausfahrt Alboinstraße.
Ermittler arbeiten auf der Berliner Stadtautobahn A100 in Höhe der Ausfahrt Alboinstraße.  © Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dp

Außerdem ergaben die Ermittlungen, dass der Täter unter psychischen Problemen leiden soll, was laut Geisel eine gefährliche Kombination darstelle: "Die Tatsache, dass der Tatverdächtige möglicherweise unter psychischen Problemen litt, macht die Sache nicht einfacher. Wenn sich persönliche Probleme mit religiös aufgeladenen Vorstellungen vermischen, kann dies zu unkontrollierbarem Handeln führen. Die gestrigen Ereignisse zeigen uns sehr schmerzhaft, wie verletzlich unsere freie Gesellschaft ist."

Geisel spricht in seiner Stellungnahme zudem eine Warnung aus. Er erinnert daran, dass Berlin weiterhin im Fokus des islamistischen Terrorismus stehe. Es müsse unsere gemeinsame Anstrengung bleiben, extremistische Anschläge zu verhindern, bevor sie Leid über Berlin bringen.

Zu diesem Zweck soll am Donnerstag das modernisierte Allgemeine Sicherheits- und Ordnungsgesetz, ASOG, ins Abgeordnetenhaus eingebracht werden. Dieses räumt der Polizei unter anderem die Möglichkeit der Telekommunikationsüberwachung ein, um Gefahren abzuwehren.

Titelfoto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

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