Zu rassistisch: Berliner Mohrenstraße soll umbenannt werden

Berlin - Der von Kritikern als rassistisch empfundene Name der Berliner Mohrenstraße soll geändert werden.

Der Stein des Anstoßes, ein Straßenschild der Berliner Mohrenstraße. Nicht erst seit der Black-Lives-Matter-Bewegung wurden Versuche für eine Umbenennung unternommen.
Der Stein des Anstoßes, ein Straßenschild der Berliner Mohrenstraße. Nicht erst seit der Black-Lives-Matter-Bewegung wurden Versuche für eine Umbenennung unternommen.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Bezirksverordnetenversammlung Mitte forderte das Bezirksamt auf, die Straße künftig nach Anton Wilhelm Amo zu benennen, der im 18. Jahrhundert erster Gelehrter afrikanischer Herkunft an einer preußischen Universität war.

Ein entsprechender Antrag von Grünen und SPD sei am Donnerstag mehrheitlich angenommen worden, bestätigte die Bezirksverordnetenversammlung am Freitag in Berlin.

Wie schnell das nun passiert, ist offen. Anrainer und Stadtgesellschaft müssten über den Umbenennungsprozess informiert werden. Die Grünen- Fraktionschefin im Berliner Abgeordnetenhaus, Antje Kapek (43), sagte, mit dem neuen Namen bleibe die Geschichte des Kolonialismus sichtbar, ohne Rassismus zu reproduzieren.

Die Berliner Verkehrsbetriebe BVG hatten Anfang Juli zunächst angekündigt, den Stationsnamen Mohrenstraße in Glinkastraße umzubenennen.

Nach dem russischen Komponisten Michail Iwanowitsch Glinka (1804-1857) ist eine Straße benannt, die nahe der U-Bahn-Station auf die Mohrenstraße trifft.

Nach Vorwürfen, Glinka sei Antisemit gewesen, pfiff der Senat die BVG jedoch zurück. Nun scheint sich jedoch eine endgültige Umbenennung anzubahnen.

Titelfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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