Jetzt auch Berlin: Teile der Corona-Protestbewegung im Visier des Verfassungsschutzes

Berlin - Teile der Corona-Protestbewegung in der Hauptstadt sollen künftig vom Berliner Verfassungsschutz beobachtet werden. Das kündigte Innensenator Andreas Geisel (55, SPD) am Mittwoch im Ausschuss für Verfassungsschutz des Abgeordnetenhauses an.

Teilnehmer einer Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen stehen Ende August vor dem Reichstag, ein Teilnehmer hält eine Reichsflagge. (Archivbild)
Teilnehmer einer Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen stehen Ende August vor dem Reichstag, ein Teilnehmer hält eine Reichsflagge. (Archivbild)  © Fabian Sommer/dpa

Unter den Demonstranten gebe es zwei kleinere Gruppen, die verfassungsfeindlich seien: Neonazis sowie weitere Fanatiker, die demokratiefeindlich, gewaltbereit und gegen die freiheitliche Grundordnung seien, sagte Geisel.

"Diese Gruppen werden wir vonseiten des Verfassungsschutzes in Beobachtung nehmen, in Augenschein nehmen müssen. Mit denen werden wir uns befassen müssen, weil wir eine wehrhafte Demokratie sein müssen."

Geisel betonte aber auch, die Mehrheit der Demonstranten sei friedlich und stehe zur Demokratie. Er kündigte weitere Informationen im Ausschuss unter Ausschluss der Öffentlichkeit an.

Die ARD hatte bereits berichtet und ergänzt, dass die problematischen Teile der Corona-Protestbewegung vom Verfassungsschutz als sogenannter Verdachtsfall eingestuft werden. Das bedeutet, dass geheimdienstliche Mittel wie das Anwerben von Informanten eingesetzt werden dürfen, wenn dabei die Verhältnismäßigkeit gewahrt wird.

In mehreren Bundesländern werden "Querdenken"-Gruppierungen vom Verfassungsschutz beobachtet, darunter in Baden-Württemberg und Bayern.

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

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