367.000 Euro für Corona-Bürgerbrief: So rechtfertigt die Regierung das teure Info-Schreiben

Berlin – Im April durften sich Berliner über wärmende und motivierende Worte des Regierenden Bürgermeisters freuen. In den meisten Briefkästen der Stadt fand sich ein Brief, in dem sich Michael Müller (55, SPD) an jeden einzelnen wandte und Kraft für das Überstehen der Corona-Krise wünschte.

Mehrere Briefkästen im Flur eines Wohnhauses. (Symbolbild)
Mehrere Briefkästen im Flur eines Wohnhauses. (Symbolbild)  © 123RF/germanopoli

Der Abgeordnete Gunnar Lindemann (50, AfD) interessierte sich für die Hintergründe des Schreibens und stellte eine schriftliche Anfrage an den Senat. 

Dessen Antwort ist zu entnehmen, dass es an fast 2,2 Millionen Haushalte der Hauptstadt verteilt wurde. 

Und wie sieht es mit den Kosten aus? Insgesamt wurden beinahe 367.000 Euro brutto ausgegeben, etwa 122.000 Euro davon für Druck und Konfektionierung und circa 244.000 für den Versand. 

Aus dem neu erstellten Sondertopf für Pandemieausgaben sei das Geld genommen worden.

Nutzen der Aktion

Auf die Frage hin, welchen Nutzen sich der 55-Jährige und der Senat von der Aktion versprechen, wurde geantwortet: "Der Senat ist überzeugt, dass eine persönliche Ansprache durch den Regierenden Bürgermeister – stellvertretend für den gesamten Senat – die Dringlichkeit und Wichtigkeit des Themas am besten verdeutlicht sowie die formulierten Appelle auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse am ehesten verinnerlicht werden."

Den Bürgern einen groben Überblick zu Informations- und Unterstützungsmöglichkeiten zu geben, die beispielsweise keinen Internetzugang haben oder in der Internetnutzung weniger geübt sind, sei das Ziel gewesen. 

"Für den Senat ist es von zentraler Bedeutung, dass angesichts der großen Gefahr, die von dem Coronavirus ausgeht, so viele in Berlin lebende Menschen wie möglich – gleich welchen Alters oder welcher Nationalität – über die Pandemie informiert werden, Zugang zu staatlichen Informationen und Hilfsangeboten erhalten sowie ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass die geltenden Regelungen zur Eindämmung des Coronavirus zu berücksichtigen sind", hieß es weiter.

Titelfoto: 123RF/germanopoli

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