Geschmacklos oder humorvoll? Berlin-CDU empört mit pikantem Sex-Tweet

Berlin – Die Berliner CDU hat mit einem Tweet eine Reihe verärgerter Reaktionen provoziert.

Die Berliner CDU hat mit einem Tweet eine Reihe verärgerter Reaktionen provoziert. (Symbolbild)
Die Berliner CDU hat mit einem Tweet eine Reihe verärgerter Reaktionen provoziert. (Symbolbild)  © dpa/Michael Kappeler

Darin heißt es: "Berliner Pendler: Täglich 320.000 Mal rein und raus. Und kein bisschen Spaß beim Verkehr". Mario Czaja (44), selbst Mitglied der Berliner CDU-Fraktion, twitterte dazu am Freitag: "Diese Art der Kommunikation gehört für mich nicht mehr zum Wertekanon unserer Union. Nehmt das bitte zurück. Mobilitätskonzepte sollten ohne sexuelle Anspielungen überzeugend kommuniziert werden können." 

Kritische Kommentare mit ähnlicher Tendenz gab es einige. Die grüne Bundestagsabgeordnete Renate Künast (64) fragte auf Twitter: "Welche Macho-Truppe schreibt denn sowas?"

Berlins Grünen-Fraktionsvorsitzende Antje Kapek (43), die noch am Donnerstag mit CDU-Landeschef Kai Wegner (47) in der RBB-"Abendschau" über Verkehrspolitik diskutiert hatte, kritisierte: "Das ist Schenkelklopfer-Humor, aber nicht das Niveau einer Großstadtpartei." Von seriöser Politik sei die CDU-Kampagne meilenweit entfernt. "Wenn die CDU versucht, Verkehrspolitik zu machen, kommt dabei nur Sexismus raus. Schade."

"Frecher, mutiger, provokanter"

Der Text aus dem Tweet von Donnerstag ist nach Angaben der Landes-CDU auch auf Facebook und Instagram veröffentlicht worden. "Wir haben gesagt, dass wir frecher, mutiger und auch mal provokant über unsere Inhalte ins Gespräch kommen werden. Das scheint uns zu gelingen", sagte ein Sprecher des CDU-Landesverbands am Freitag. "Es ist doch unstrittig, dass der Pendlerverkehr in Berlin ein enormes Problem ist."

Zwingend erforderlich sei der Ausbau des schienengebundenen ÖPNV über die Stadtgrenze hinaus. "Wir wollen die Verschiebung der Tarifzone B hinter die Berliner Stadtgrenze, wir wollen Park- & Ride-Angebote für die rund 320.000 Berufspendler. Wenn Berlin jedes Jahr 154 Stunden im Stau steht, vergeht einem sprichwörtlich die Lust am Verkehr. Wir wollen, dass der Verkehr in Berlin fließt."

Titelfoto: dpa/Michael Kappeler, Screenshot Twitter/CDU Berlin

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