Michael Müller verteidigt Corona-Strategie: "Grenzwert von 35 nicht erfunden"

Berlin - Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (56, SPD) hat sich gegen vorschnelle Öffnungsschritte in der Corona-Pandemie gewandt. Gleichzeitig verteidigte er den dabei wichtigen Grenzwert von 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche.

Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin, sitzt mit einer Maske mit der Aufschrift "Bundesrat" zu Beginn der 1000. Sitzung im Deutschen Bundesrat. Im Hintergrund ist das Bundeskanzleramt zu sehen. (Bildmontage)
Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin, sitzt mit einer Maske mit der Aufschrift "Bundesrat" zu Beginn der 1000. Sitzung im Deutschen Bundesrat. Im Hintergrund ist das Bundeskanzleramt zu sehen. (Bildmontage)  © Kay Nietfeld/dpa, Bernd von Jutrczenka/dpa

"Zunächst einmal ist der Grenzwert von 35 nicht erfunden", sagte Müller, der auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist, der "Rheinischen Post". Schon seit November sei er im Infektionsschutzgesetz festgeschrieben als ein Wert, an dem breit angelegte Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssten.

"Nun kommt eine verschärfte Situation hinzu, nämlich eine deutlich ansteckendere Mutante, die uns alle sehr besorgt", so Müller. "Wir müssen hier also sehr besonnen und vorsichtig mit Öffnungsschritten sein, wenn wir in keine dritte Welle rutschen wollen."

Dazu habe es ein breites Einvernehmen in der Ministerpräsidentenkonferenz gegeben. "Gleichwohl habe auch ich stets deutlich gemacht, dass wir Lockerungen und Verschärfungen nicht von einem einzigen Wert abhängig machen können", sagte Müller. "Für mich ist auch die Auslastung der Intensivmedizin hier von großer Bedeutung."

Müller bezog sich damit auf Äußerungen des NRW-Ministerpräsidenten und neuen CDU-Bundesvorsitzenden Armin Laschet (59), der sich am Montag gegen zu viel Bevormundung der Bürger im Kampf gegen Corona ausgesprochen hatte. Laschet warnte überdies vor einem zu einseitigen Fokus auf die Infektionszahlen.

"Man kann nicht immer neue Grenzwerte erfinden, um zu verhindern, dass Leben wieder stattfindet", sagte Laschet. "Wir können unser ganzes Leben nicht nur an Inzidenzwerten abmessen." Man müsse all die anderen Schäden, etwa für Gesellschaft und Wirtschaft, genauso im Blick haben wie die Inzidenzzahlen.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa, Bernd von Jutrczenka/dpa

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