Neue Corona-Lockerungen: Das gilt ab nächster Woche in Berlin

Berlin - Angesichts deutlich gesunkener Infektionszahlen sind in Berlin bald wieder größere Veranstaltungen und größere private Treffen im Freien erlaubt.

Menschen grillen und genießen das warme Wetter im Volkspark Friedrichshain. Künftig können sich bis zu 100 Personen im Freien treffen.
Menschen grillen und genießen das warme Wetter im Volkspark Friedrichshain. Künftig können sich bis zu 100 Personen im Freien treffen.  © Christoph Soeder/dpa

Der Senat hat bei seiner Sitzung am Dienstag entschieden, dass es ab dem 3. Juli die nächsten Lockerungsschritte geben soll, wie Finanzsenator Matthias Kollatz (63, SPD) im Anschluss bekannt gab.

Kontaktbeschränkungen

"Die allgemeinen Kontaktbeschränkungen gelten nur noch in geschlossenen Räumen", sagte der SPD-Politiker. Für den Aufenthalt im Freien seien sie aufgehoben. "Es soll aber eine Orientierungsgröße geben", erklärte Kollatz. "Private Veranstaltungen im Freien sind bis zu 100 Anwesenden erlaubt."

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Wenn sich Leute im Park treffen wollten, sei klar, das dürfe keine Vollversammlung des Bezirks sein. Bisher galt die Regelung, dass sich generell höchstens zehn Menschen aus maximal fünf Haushalten begegnen dürfen. Sie hat für private Treffen in Innenräumen weiter Bestand.

Veranstaltungen

Ebenfalls ab dem 3. Juli gelten deutlich großzügigere Regelungen für Veranstaltungen: Dann sind dabei bis zu 2000 zeitgleich anwesende Menschen erlaubt. Die Grenze für drinnen liegt bei bis zu 500 Personen. Bisher waren es maximal 1000 draußen und 250 drinnen. Bei Veranstaltungen unter freiem Himmel ist ab 500 Personen der Nachweis eines negativen Corona-Tests Pflicht, wie Kollatz erläuterte.

Einkaufen

In Einkaufszentren und Geschäften geht künftig manches wieder etwas schneller: Die Pflicht zur sogenannten Anwesenheitsdokumentation wird aufgehoben. Damit müssen die Kontaktdaten wie die Adresse des Kunden zum Beispiel beim Einkaufen im Elektronikmarkt nicht mehr per App oder schriftlich auf Papier erfasst werden.

FFP2-Maskenpflicht wird gelockert, bleibt aber beim Einkaufen

Das Nichtschwimmerbecken im Sommerbad Wilmersdorf. Während der Sommerferien dürfen Kinder bis zwölf Jahre umsonst ins Schwimmbad.
Das Nichtschwimmerbecken im Sommerbad Wilmersdorf. Während der Sommerferien dürfen Kinder bis zwölf Jahre umsonst ins Schwimmbad.  © Christoph Soeder/dpa

Museen und Gedenkstätten

Diese Regelung gilt nicht nur für den Einzelhandel, sondern zum Beispiel auch für Museen, Gedenkstätten, Bibliotheken und Archive. Kollatz nannte die Entscheidung des Senats einen "wichtigen nächsten Schritt".

Maskenpflicht

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Lockerungen gibt es auch bei der Maskenpflicht: So sind künftig etwa in Fitness- und Tanzstudios, aber auch in Musikschulen oder bei Kursen und Veranstaltungen der Volkshochschule keine FFP2-Masken mehr vorgeschrieben, es reicht eine medizinische Gesichtsmaske. Beraten hat der Senat auch über Änderungen bei der Maskenpflicht beim Einkaufen. Die soll es aber nicht geben. Dort ist wie bisher vorgeschrieben, eine FFP2-Maske zu tragen.

Freibäder

Kinder bis einschließlich zwölf Jahren dürfen in Berlin während der Sommerferien in den Bädern der Berliner Bäder-Betriebe (BBB) und den Pachtbädern kostenlos schwimmen. Dafür stellt der Senat den Bädern einen finanziellen Ausgleich von rund 760.000 Euro zur Verfügung, wie die Innenverwaltung nach dem Senatsbeschluss mitteilte.

Hochschulen

Für Berlins Studierende soll der Ausnahmezstand der vergangenen Pandemiemonate mit weitgehend auf digitales Lernen beschränkte Veranstaltungen bald Geschichte sein. Die Hochschulen der Hauptstadt dürfen ab dem 3. Juli wieder "für den Publikumsverkehr öffnen", wie Finanzsenator Kollatz ankündigte. Von Ausnahmen abgesehen sei das bisher nicht möglich gewesen. Nun sollen die Studierenden Gelegenheit bekommen, an Nachholprogrammen in den Semesterferien teilzunehmen.

Hintergrund der Entscheidung ist die Entwicklung des Corona-Infektionsgeschehens in Berlin. In den vergangenen sieben Tagen wurden nach den aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts nur noch 7,1 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gemeldet. Vor einer Woche hatte die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 13,6 gelegen.

Titelfoto: Christoph Soeder/dpa

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