Neue Wege beim Impfen: SPD-Chef Saleh will Menschen in Berlin "abholen"

Berlin - Beim Impfen geht es nicht mehr mit dem gleichen Tempo voran wie noch vor einigen Wochen. SPD-Chef Raed Saleh (44) warnt aber davor, Menschen vorschnell als Impfverweigerer abzustempeln.

SPD-Chef Raed Saleh (44) wirbt für neue Wege beim Impfen gegen das Coronavirus und warnt davor, Menschen vorschnell als Impfverweigerer abzustempeln.
SPD-Chef Raed Saleh (44) wirbt für neue Wege beim Impfen gegen das Coronavirus und warnt davor, Menschen vorschnell als Impfverweigerer abzustempeln.  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Vielmehr hat er sich dafür ausgesprochen, beim Impfen noch stärker neue Wege zu gehen.

"Ich glaube, man muss viel mehr auf Kooperationen setzen, zum Beispiel mit Moscheevereinen, mit jüdischen und christlichen Gemeinden, mit Kulturvereinen", sagte Saleh der Deutschen Presse-Agentur. "Vielleicht auch mit Testzentren. Warum sollte es dort nicht auch Impfärzte geben?"

Saleh wies auf ermutigende Beispiele hin, das spontane Impfen auf dem Hermannplatz Mitte Juli in Neukölln etwa, bei dem die Nachfrage so groß war, dass sich lange Schlangen bildeten.

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Klar sei, dass die Zahl der Geimpften in Berlin noch steigen müsse. "Meine Aufforderung ist: Liebe Leute, lasst euch impfen", sagte der Fraktionschef.

"Ich bin aber vorsichtig, dass man den Leuten mit erhobenem Zeigefinger sagt: 'Ihr bösen Impfverweiger'."

Nicht alle, die sich noch nicht haben impfen lassen, seien prinzipielle Impfgegner. "Die kann man abholen", sagte Saleh. "Viele Leute sind ansprechbar." Für diejenigen, die sich langfristig hartnäckig weigerten, sich um den Impfschutz zu kümmern, müssten die Corona-Schnelltests kostenpflichtig werden, sagte Saleh.

Titelfoto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

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