Schulbesuch "lückenlos" möglich! Ein Kompromiss soll alle glücklich machen

Berlin - Anhaltende Debatte: Die einen wollen Schüler nicht in Corona-Quarantäne stecken, die anderen halten das für fahrlässig. Jetzt schlägt Neuköllns Amtsarzt Nicolai Savaskan einen Kompromiss vor!

Nicolai Savaskan bemüht sich um eine Lösung, die Schülern Bildung ermöglicht, ohne das Ansteckungsrisiko mit Corona zu vernachlässigen.
Nicolai Savaskan bemüht sich um eine Lösung, die Schülern Bildung ermöglicht, ohne das Ansteckungsrisiko mit Corona zu vernachlässigen.  © Christophe Gateau/dpa

Die Berliner Amtsärzte haben in der Diskussion um neue Quarantäneregeln für Berliner Schulen vorgeschlagen, Kontaktpersonen von Infizierten stärker zu testen, aber nicht abzusondern.

Am Freitag war bekannt geworden, dass sie sich darauf geeinigt hatten, nur noch Kinder und Jugendliche mit einem positiven PCR-Test in eine 14-tägige Quarantäne zu schicken.

Daran gab es von vielen Seiten Kritik, nicht zuletzt von der Gesundheitsverwaltung, die die Quarantäne für Kontaktpersonen allerdings von 14 auf fünf Tage verringern möchte.

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Eine Kompromisslösung könnte ein forciertes Testen sein, sagte Neuköllns Amtsarzt Nicolai Savaskan am Dienstag.

Ein forciertes Testen wird von den Amtsärzten in einem Zeitraum von fünf Tagen nach dem Risikokontakt als sinnvoll eingeschätzt.

Eltern von Kitakindern könnten die Option bekommen, statt des Testens ihre Kinder fünf Tage in Quarantäne zu Hause zu betreuen.

Schulkindern könnte der Schulbesuch dagegen unter kontrollierten Bedingungen somit lückenlos ermöglicht werden, sagte Savaskan. Eine Quarantäne wäre bei negativen Testergebnissen vollständig zu umgehen.

Update, 31. August, 14.49 Uhr: Senat beschließt fünftägige Quarantäne für Schul- und Kitakinder

Dilek Kalayci (54, SPD) verkündete die Entscheidung zur neuen Quarantäne-Dauer.
Dilek Kalayci (54, SPD) verkündete die Entscheidung zur neuen Quarantäne-Dauer.  © Annette Riedl/dpa

Berliner Kinder und Jugendliche müssen in Zukunft nur noch fünf Tage in Quarantäne, wenn sie Kontakt mit positiv getesteten Mitschülern hatten.

Das Gleiche gelte auch für Kitakinder, teilte Gesundheitsministerin Dilek Kalayci (54, SPD) nach einer Sitzung des Senats am Dienstag mit.

"Ein großer Anteil der Infektionen entsteht prozentual in den ersten fünf Tagen", sagte die SPD-Politikerin.

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"Es gibt dann immer noch ein Restrisiko, das zwischen dem 6. und 14. Tag trotzdem eine Infektion stattfinden kann."

Der Senat halte dieses Restrisiko jedoch für vertretbar, weil in den Schulen Maskenpflicht gelte und regelmäßig getestet werde.

Mit dem neuen Beschluss dürfte erstmal Ruhe in die hitzige Debatte zur Quarantäne von Schülern einkehren.

Titelfoto: Christophe Gateau/dpa

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