Polizei nimmt deutsche IS-Rückkehrerin am Berliner Flughafen fest

Berlin/Karlsruhe - Der Generalbundesanwalt hat am Mittwoch am Berliner Flughafen eine deutsche IS-Rückkehrerin durch Beamte des Landeskriminalamts Schleswig-Holstein festnehmen lassen.

Die Frau soll am Bundesgerichtshof (BGH) einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. (Symbolbild)
Die Frau soll am Bundesgerichtshof (BGH) einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. (Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa Pool/dpa

Der Frau aus Schleswig-Holstein wird unter anderem vorgeworfen, im Sommer 2016 ihren minderjährigen Sohn mit nach Syrien genommen zu haben, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte.

Dieser sei dort vom Islamischen Staat (IS) mit noch nicht einmal 15 Jahren an der Waffe ausgebildet und auch als Kämpfer eingesetzt worden. Im März 2018 wurde er den Angaben zufolge bei einem Luftangriff getötet.

Die Ermittler werfen der 1977 geborenen Frau deshalb nicht nur die Mitgliedschaft beim IS, sondern auch ein Kriegsverbrechen und die Verletzung ihrer Fürsorge- und Erziehungspflicht vor.

Sie war laut Bundesanwaltschaft ihrem Ehemann nachgereist, der Deutschland im Sommer 2015 verlassen hatte, um für den IS zu kämpfen. Auch sie selbst soll später für die Terrororganisation gekämpft haben.

Wie es weiter hieß, waren beide zuletzt dem IS in seine letzte syrische Hochburg Baghus gefolgt, wo sie schließlich festgenommen wurden.

Die Frau sollte am Donnerstag am Bundesgerichtshof (BGH) einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Dieser eröffnet ihr den Haftbefehl und entscheidet, ob sie in Untersuchungshaft kommt.

Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa Pool/dpa

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