Polizei will große Corona-Party in Berlin auflösen, doch wo sind die Gäste?

Berlin - "Ein Satz mit X", so könnte man diesen Großeinsatz der Polizei Berlin bezeichnen oder besser noch: "Viel Lärm um Nichts", denn die geplante Auflösung einer großen Corona-Party stellte sich als Fehlalarm heraus.

Ein Großaufgebot der Polizei Berlin sammelt sich für eine Razzia im Club "Magdalena".
Ein Großaufgebot der Polizei Berlin sammelt sich für eine Razzia im Club "Magdalena".  © Morris Pudwell

Nach TAG24-Information soll am Samstagabend gegen 21.30 Uhr ein Anruf bei der Polizei eingegangen sein, der eine illegale Party mit über 200 Gästen im Club "Magdalena" meldete, die via Livestream bei Facebook zu verfolgen war.

Aufgrund des augenscheinlich hohen Gästeaufkommens habe die Polizei daraufhin zunächst ein Großaufgebot zusammengezogen und sei dann nach Berlin-Friedrichshain ausgerückt.

In Alt-Stralau angekommen, sei den Einsatzkräften tatsächlich laute Musik aus besagtem Club entgegengeschallt, weshalb das Gebäude umstellt worden sei, um potenziell flüchtende Gäste in Schach halten zu können.

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Nach einem ersten Klingeln an der Tür habe sich zunächst jedoch nichts gerührt und auch ein Blick ins Innere habe keine großen Aktivitäten erkennen lassen.

Schließlich sei die Tür dann doch geöffnet worden und der Verantwortliche habe die Beamten erstaunt hineingelassen.

Die mehr als 200 Gäste waren nur virtuell im Club "Magdalena" anwesend

Ein Polizeibeamter versucht durch ein Fenster des Clubs einen Blick auf die Vorgänge im Inneren zu erhaschen, während zwei Kollegen an der Tür warten.
Ein Polizeibeamter versucht durch ein Fenster des Clubs einen Blick auf die Vorgänge im Inneren zu erhaschen, während zwei Kollegen an der Tür warten.  © Morris Pudwell

Lange habe die Durchsuchung des Clubs aber nicht angedauert. Schon wenig später seien die Einsatzkräfte unverrichteter Dinge wieder abgerückt.

Wie sich herausstellte, handelte es sich bei der Party um eine angekündigte Online-Veranstaltung, bei der zu keinem Zeitpunkt Gäste in den Techno-Club eingeladen waren.

Die Polizei habe in dem leeren Saal lediglich ein DJ-Pult vorgefunden, das gefilmt und live im Internet gestreamt wurde - die mehr als 200 Gäste waren also tatsächlich nur virtuell anwesend.

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Möglicherweise hätte der kostspielige Großeinsatz durch Sichtung des Livestreams oder einen Blick auf die Homepage des "Magdalena" verhindert werden können.

Dort sei ersichtlich gewesen, dass eine Live-Performance für die Internet-Gemeinde angekündigt war.

Titelfoto: Morris Pudwell

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