Polizist parkt Radweg mit Einsatzwagen zu und verhöhnt tote Radfahrerin (†37): Verfahren eingeleitet

Berlin - Ein Ordnungswidrigkeitenverfahren ist gegen einen Polizisten eingeleitet worden, der mit einem Einsatzwagen auf einem Radstreifen der Frankfurter Allee in Berlin-Friedrichshain geparkt hatte.

Eine 37-jährige Radfahrerin ist Ende Mai bei einem Unfall auf der Frankfurter Allee in Berlin-Friedrichshain tödlich verletzt worden.
Eine 37-jährige Radfahrerin ist Ende Mai bei einem Unfall auf der Frankfurter Allee in Berlin-Friedrichshain tödlich verletzt worden.  © Christophe Gateau/dpa

Wenige Meter entfernt war Ende Mai eine 37-jährige Radfahrerin tödlich verletzt worden, als sie einem Transporter auf dem Streifen ausweichen wollte.

In dem Verfahren werde nun geprüft, ob es nicht auch einen Halteort gegeben hätte, der möglicherweise geeigneter gewesen wäre, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag.

Der Einsatz habe die "Inanspruchnahme von Sonderrechten gerechtfertigt". Dabei sei es um einen mutmaßlichen Ladendieb gegangen. Zuvor berichtete der Checkpoint-Newsletter des Tagesspiegel.

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Zuletzt kursierte ein Video auf Twitter, das den Vorfall mit dem Polizeiwagen zeigt. Darin weist ein Radfahrer den Beamten auf den Halteort hin. Wie die Polizei einräumte, reagierte der Polizist daraufhin "unangemessen und abweisend".

Im Video sagt er unter anderem: "Natürlich hat sie schuld", offensichtlich in Bezug auf die im Mai getötete Radfahrerin. Die Bilder lösten Empörung auf Twitter aus. Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (57, Grüne) schrieb etwa: "Ist das Provokation, Ignoranz, Versagen der Führung oder bewusstes Statement gegen Radfahrende?"

Polizei Berlin berichtet über das Video auf Twitter

Fotos und Videos des Vorfalls auf der Frankfurter Allee in Berlin-Friedrichshain

Monika Hermann reagiert empört auf das Verhalten des Polizisten

Laut Polizei gab es ein persönliches Gespräch mit dem Beamten und den Vorgesetzten. Darin sollte das "Fehlverhalten ausgewertet und im Anschluss über die daraus resultierenden Konsequenzen entschieden" werden. Zum Inhalt dieses Gesprächs machte der Polizeisprecher keine Angaben.

Titelfoto: Christophe Gateau/dpa

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