Proteste von Corona-Leugnern in Berlin: Polizei wappnet sich mit Großaufgebot

Berlin - Die Polizei hat sich in Berlin trotz zahlreicher Demonstrationsverbote an diesem Wochenende auf Einsätze mit Gegnern der Corona-Politik eingestellt.

Aus Protest gegen die Corona-Politik wandern Demonstranten durch eine Straße.
Aus Protest gegen die Corona-Politik wandern Demonstranten durch eine Straße.  © Christophe Gateau/dpa

Rund 2000 Kräfte stehen nach Polizeiangaben am Samstag bereit, darunter ist auch Unterstützung aus Baden-Württemberg, Niedersachsen, Bayern und Sachsen.

Am Morgen war die Lage noch ruhig. Am Ku'damm versammelte sich eine Gruppe von 20 bis 30 Menschen, die von der Polizei überprüft wurde. Weite Teile des Regierungsviertels waren abgesperrt.

Die Polizei hatte neun Demonstrationen verboten, darunter Kundgebungen der "Initiative Querdenken" auf der Straße des 17. Juni. Drei Eilanträge gegen die Verbote wies das Verwaltungsgericht zurück, einem gaben sie statt:

Berlin: Unangemeldete Demonstration: "Querdenker" blockieren Verkehr in Berlin
Berlin Unangemeldete Demonstration: "Querdenker" blockieren Verkehr in Berlin

Eine für Samstag und Sonntag angemeldete Versammlung mit je 500 erwarteten Teilnehmern darf stattfinden. Auf diese Veranstaltung wurde über Telegram hingewiesen.

Zudem zieht am Samstagnachmittag der "Zug der Liebe" durch Berlin. Der Veranstalter erwartet zu der Demo mit House- und Technomusik um die 10.000 Menschen.

Die Polizei geht davon aus, dass eine Vielzahl von Menschen den Demonstrationsverboten nicht folgen wird. Deshalb werde man "die Versammlungsverbote durchsetzen, entsprechend präsent sein und insbesondere das Regierungsviertel schützen", hieß es vor den Demos.

Demonstrationen gegen Corona-Politik: Sicherheitsbehörden besonders wachsam

Ein Polizist führt eine Demonstrantin in einen Polizeiwagen, während sich Demonstranten aus Protest gegen die Corona-Politik vor dem Märchenbrunnen in Berlin-Friedrichshain versammeln.
Ein Polizist führt eine Demonstrantin in einen Polizeiwagen, während sich Demonstranten aus Protest gegen die Corona-Politik vor dem Märchenbrunnen in Berlin-Friedrichshain versammeln.  © Christophe Gateau/dpa

Die Sicherheitsbehörden sind auch deshalb besonders aufmerksam, weil vor einem Jahr, am 29. August 2020, Zehntausende Menschen in Berlin gegen die Corona-Einschränkungen protestiert hatten.

Am Abend durchbrachen Demonstranten dann eine Absperrung am Reichstagsgebäude, bedrängten die zahlenmäßig weit unterlegenen Wachkräfte und besetzten für einige Zeit eine Treppe vor einem Eingang.

Die Bilder davon lösten breite Empörung aus und sorgten auch international für Aufsehen.

Titelfoto: Christophe Gateau/dpa

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