Prozess im Prostituierten-Milieu: Angeklagte Straßenstrich-Erpresser gestehen

Berlin - Weil sie Frauen auf dem Straßenstrich in Berlin-Tiergarten erpresst haben sollen, müssen sich drei Angeklagte ab Montag vor das Landgericht verantworten.

Eine Prostituierte wartet auf Kundschaft. (Archivbild, Symbolbild)
Eine Prostituierte wartet auf Kundschaft. (Archivbild, Symbolbild)  © Andreas Arnold/dpa

Die 24- bis 36-Jährigen sollen von meist unerfahrenen Prostituierten sogenannte Standgelder in Höhe von wöchentlich 100 bis 180 Euro gefordert und im Falle der Nichtzahlung mit Vertreibung aus dem lukrativen Gebiet gedroht haben.

Einem 24-Jährigen werden sechs Taten zur Last gelegt. Die Mitangeklagten sollen jeweils in zwei Fällen beteiligt gewesen sein. 

Vier Frauen seien den Forderungen nachgekommen. 

Die Anklage lautet auf gewerbs- und bandenmäßige Erpressung.

Drei Verhandlungstage sind vorgesehen.

Update, 15.07 Uhr: Drei Angeklagte gestehen

Im Prozess um Erpressung von Frauen auf dem Straßenstrich in Berlin-Tiergarten gegen drei Angeklagte hat mit Geständnissen begonnen. Er habe von mehreren Prostituierten sogenannte Standgelder verlangt und kassiert, erklärte ein 24-Jähriger am Montag zu Verhandlungsbeginn. Die beiden Mitangeklagten, darunter eine damalige Prostituierte, gaben zu, an einigen Fällen beteiligt gewesen zu sein. Die Anklage lautet auf gewerbs- und bandenmäßige räuberische Erpressung.

Die Gruppierung habe auf dem Strich rund um die Kurfürstenstraße "insbesondere unerfahrene Frauen – vor allem aus Rumänien – und ihre Begleiter zu Zahlungen aufgefordert", heißt es in der Anklage. Die mutmaßlichen Erpresser hätten erklärt, dass die Straße ihnen "gehören" würde. Für einen "Standplatz" hätten sie wöchentlich 100 bis 180 Euro gefordert und im Falle der Nichtzahlung damit gedroht, sie aus dem lukrativen Gebiet zu vertreiben. Dem Hauptangeklagten werden sechs Taten zur Last gelegt. Die 34- und 26-jährigen Mitangeklagten sollen jeweils in zwei Fällen beteiligt gewesen sein.

Die drei aus Bulgarien stammenden Angeklagten waren vor drei Monaten festgenommen worden und befinden sich seitdem in Untersuchungshaft. Eine von sechs Frauen, die zu Zahlungen aufgefordert worden seien, habe sich an die Polizei gewandt und so das Verfahren ins Rollen gebracht, hieß es am Rande der Verhandlung. Der 24-Jährige soll laut Anklage in der Zeit von Juni 2018 bis November 2019 rund 16.000 Euro kassiert haben. 

Der Prozess wird am 22. April fortgesetzt.

Titelfoto: Andreas Arnold/dpa

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