Querdenken-Initiator distanziert sich von Sturm auf den Reichstag und kritisiert Geisel

Berlin - Der Initiator der Demonstration und Kundgebung mit mehreren Zehntausend Menschen am Samstag in Berlin, Michael Ballweg (45), hat sich von den Demonstranten am Reichstag distanziert.

Während der Anti-Corona-Demo haben Demonstranten am Samstagabend in Berlin die Treppe des Reichstagsgebäudes besetzt.
Während der Anti-Corona-Demo haben Demonstranten am Samstagabend in Berlin die Treppe des Reichstagsgebäudes besetzt.  © Achille Abboud/NurPhoto/dpa

Mehrere Menschen hatten am Samstagabend eine Absperrung am Reichstagsgebäude durchbrochen und waren auf die Reichstagstreppe gerannt.

Ballweg von der Initiative Querdenken sagte am Sonntag, er distanziere sich von denen, die am Reichstag demonstriert haben. "Die haben mit unserer Bewegung nichts zu tun." Querdenken sei eine friedliche und demokratische Bewegung, Gewalt habe da keinen Platz.

Er verstehe nicht, warum der Berliner Innensenator Andreas Geisel (54, SPD) "nicht entsprechende Polizeikräfte aufwartet, um solchen Aktionen zu begegnen" - zumal diese vorher bekannt gewesen seien, meinte Ballweg. "Warum ist er nicht in der Lage, das Gebäude zu schützen?"

Politiker zeigten sich bestürzt über die Ereignisse am Berliner Reichstag während der Proteste gegen die Corona-Maßnahmen.

Querdenken-Initiator Michael Ballweg (45) spricht bei einer Protestkundgebung auf dem Cannstatter Wasen im Mai.. Am Sonntag distanzierte sich der Initiator der Berliner Demo von den Demonstranten am Reichstag und kritisierte Berlins Innensenator Andreas Geisel (54, SPD) für das Versagen der Polizeikräfte. (Archivbild)
Querdenken-Initiator Michael Ballweg (45) spricht bei einer Protestkundgebung auf dem Cannstatter Wasen im Mai.. Am Sonntag distanzierte sich der Initiator der Berliner Demo von den Demonstranten am Reichstag und kritisierte Berlins Innensenator Andreas Geisel (54, SPD) für das Versagen der Polizeikräfte. (Archivbild)  © Christoph Schmidt/dpa

"Reichsflaggen und rechtsextreme Pöbeleien vor dem Deutschen Bundestag sind ein unerträglicher Angriff auf das Herz unserer Demokratie. Das werden wir niemals hinnehmen", sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (64, SPD) am Sonntag.

Titelfoto: Achille Abboud/NurPhoto/dpa

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