Razzia im Berliner und Hamburger Clan-Milieu: Schlag gegen organisierte Kriminalität

Berlin/Hamburg - Die Berliner Polizei ist am Donnerstagmorgen gegen organisierte Kriminalität im Clanmilieu vorgegangen.

Polizeibeamte bei einer großen Kontrollaktion in Berlin. (Symbolbild)
Polizeibeamte bei einer großen Kontrollaktion in Berlin. (Symbolbild)  © Paul Zinken/dpa

Rund 500 Einsatzkräfte von Landes- und Bundespolizei seien im Einsatz, twitterte die Generalstaatsanwaltschaft. Vollstreckt würden zur Zeit 27 Durchsuchungsbeschlüsse und drei Haftbefehle in Berlin und Hamburg, hieß es in dem Tweet. Wo der Schwerpunkt des Einsatzes lag, wurde zunächst nicht genannt.

Ermittelt werde wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung und weiterer Straftaten, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner.

Es gehe um Tatverdächtige aus arabischstämmigen Großfamilien und zum Beispiel um Querverbindungen zum Rockermilieu. Laut Polizei sind auch Spezialeinsatzkommandos im Einsatz.

Der Einsatz laufe seit kurz nach 6 Uhr, sagte eine Polizeisprecherin. Die Staatsanwaltschaft und die Polizei machten zunächst keine weiteren Angaben und kündigten eine Mitteilung für einen späteren Zeitpunkt an.

Update, 9.48 Uhr: GdP zu Razzia: Hartnäckig gegen kriminelle Strukturen bei Clans

Die Berliner Gewerkschaft der Polizei (GDP) hat die erneute Razzia gegen kriminelle Strukturen im Clanmilieu begrüßt. "Wir bleiben hartnäckig, und das ist auch gut so", teilte die GdP am Donnerstag mit.

"Wir erleben im Moment eine geschlossene Zusammenarbeit der verantwortlichen Institutionen im Kampf gegen die organisierte Kriminalität arabischer Großfamilien und auch die dafür notwendige politische Rückendeckung." Die Strukturen seien andere als bei der Mafia - "aber es sind in beiden Fällen kriminelle Vereinigungen, die es lahm zu legen gilt".

Die Polizei durchsuchte am Donnerstagmorgen 27 Wohnungen und andere Räume in Berlin und Hamburg und verhaftete 3 Verdächtige. Rund 500 Polizisten aus Berlin und von der Bundespolizei waren im Einsatz, darunter auch Spezialeinsatzkommandos (SEK).

Ermittelt werde wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung und weiterer Straftaten, so die Staatsanwaltschaft. Dabei geht es laut Medienberichten um Geldwäsche im Zusammenhang mit Immobiliengeschäften.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

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