Schlag gegen Islamisten-Szene: Razzia mit Hunderten Polizisten

Berlin - Bei einer groß angelegten Razzia gegen die Islamisten-Szene in der Hauptstadt sind unter anderem rund 10.000 Euro Bargeld und gefälschte Aufenthalts- sowie vermutlich gestohlene Personaldokumente beschlagnahmt worden.

Ein Mann (2.v.l) wird bei einem Polizeieinsatz in Berlin-Gesundbrunnen im Rahmen einer groß angelegten Razzia gegen Tatverdächtige aus der islamistischen Szene von zwei Polizisten zu einem Polizeiwagen begleitet.
Ein Mann (2.v.l) wird bei einem Polizeieinsatz in Berlin-Gesundbrunnen im Rahmen einer groß angelegten Razzia gegen Tatverdächtige aus der islamistischen Szene von zwei Polizisten zu einem Polizeiwagen begleitet.  © Christoph Soeder/dpa

Es gehe um den Verdacht der Terrorismusfinanzierung, Bestechung und Bestechlichkeit, Betrug bei Corona-Soforthilfen und Sozialleistungen sowie Bedrohung und Beleidigung, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

In mehreren Strafverfahren werde gegen zwölf Verdächtige ermittelt. Zudem seien am Morgen Drogen, Laptops sowie eine Cannabis-Indoorplantage beschlagnahmt worden.

Laut Polizei waren 450 Beamte seit 6 Uhr im Einsatz. Sie durchsuchten 19 Wohnungen und Gewerberäume in vier Stadtbezirken - in Reinickendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg und Tempelhof-Schöneberg. 

Moscheen seien nicht betroffen gewesen. Die Ermittler vollstreckten im Auftrag der Staatsanwaltschaft 20 Durchsuchungsbeschlüsse.

Einer der Verdächtigen hatte laut Angaben keine gültigen Aufenthaltspapiere für Deutschland. 

Die Informationen würden an das Landesamt für Einwanderung übergeben.

Deutschland weiter im Fadenkreuz des islamistischen Terrors

Polizeibeamte führen einen mit Handschellen gefesselten Mann in ein Haus in Berlin-Kreuzberg im Rahmen einer groß angelegten Razzia gegen Tatverdächtige aus der islamistischen Szene in verschiedenen Berliner Ortsteilen.
Polizeibeamte führen einen mit Handschellen gefesselten Mann in ein Haus in Berlin-Kreuzberg im Rahmen einer groß angelegten Razzia gegen Tatverdächtige aus der islamistischen Szene in verschiedenen Berliner Ortsteilen.  © Paul Zinken/dpa

Ein anderer Verdächtiger habe bei der Durchsuchung Widerstand geleistet, hieß es. Vor einem Gebäude in Reinickendorf sei es zudem zu einer bedrohlichen Situation für die Einsatzkräfte gekommen. 

Eine der Islamisten-Szene zugerechnete Person sowie drei Begleiter, die von der Durchsuchung nicht betroffen waren, sollen versucht haben, einen Polizisten einzukreisen. 

Dieser habe seine Dienstwaffe gezogen und Reizgas gesprüht, so dass die Gruppe abgedrängt werden konnte. Es wurden Ermittlungen wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte eingeleitet.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wertete die Durchsuchung als gutes Zeichen, die durch akribische Ermittlungen möglich geworden sei. Deutschland stehe weiter im Fadenkreuz des islamistischen Terrors. 

Es sei kein Geheimnis, dass "aus unserem Geldwäscheparadies" Gelder aus der organisierten Kriminalität in den Terrorismus fließen würden.

"Umso wichtiger ist es, denen, die schwerste Straftaten vorhaben und unterstützen, möglichst früh auf die Füße zu treten", erklärte GdP-Landesvize Thomas Spaniel.

Der Berliner Verfassungsschutz hat in seinem Bericht für das vergangene Jahr 2170 Menschen in Berlin als Islamisten eingestuft - 180 mehr als 2018.

Titelfoto: Christoph Soeder/dpa

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