Chebli knickt nicht vor Müller ein: "Soll ich als Frau den Platz räumen?"

Berlin - SPD-Staatssekretärin Sawsan Chebli (42) hat ihre Ankündigung verteidigt, im Wahlkreis Charlottenburg-Wilmersdorf für den Bundestag kandidieren zu wollen.

Sawsan Chebli (42, l.) und Michael Müller (55, SPD) unterhalten sich zu Beginn der Sitzung im Bundesrat.
Sawsan Chebli (42, l.) und Michael Müller (55, SPD) unterhalten sich zu Beginn der Sitzung im Bundesrat.  © Wolfgang Kumm/dpa

Dort möchte auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (55) antreten.

"Soll ich als Frau den Platz räumen?", zitiert die Zeitschrift "Bunte" (Ausgabe 40/2020) die Politikerin - nur weil ein Mann Anspruch darauf erhebe. 

"Die Bundestagswahl ist ein demokratischer Wettstreit. Und dass ich mich für eine Kandidatur in meinem Heimatwahlkreis bewerbe, ist seit einem Jahr bekannt" sagte Chebli, die Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales in der Berliner Senatskanzlei ist. 

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Viele Gespräche hätten ihr gezeigt, dass sie Rückhalt und Unterstützung habe. "Es gibt also keinen Grund für einen Rückzug."

Müller hatte im Januar bekanntgegeben, nicht noch einmal für den SPD-Landesvorsitz antreten zu wollen. Mitte August sagte er dann, er wolle in Charlottenburg-Wilmersdorf für den Bundestag kandidieren. 

Noch ist die Kandidatenfrage offen: Der Vorstand des Kreisverbands hat sich für eine Mitgliederbefragung entschieden, die am 27. Oktober abgeschlossen sein soll.

Chebli ist Mitglied im Ortsverein Ku'damm, der zum Kreisverband Charlottenburg-Wilmersdorf gehört. Müller ist in Tempelhof zu Hause.

Für den Wahlkreis Tempelhof-Schönberg will allerdings Juso-Chef Kevin Kühnert (31) bei der Bundestagswahl antreten.

Titelfoto: Wolfgang Kumm/dpa

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