Serie von Brandstiftungen in Spandau: Polizei zieht Bilanz

Berlin - Ein Jahr hält die Brandstiftungs-Serie in Berlin-Spandau in Bereich Heerstraße Nord inzwischen an und die Polizei bekommt das Problem nicht in den Griff.

Immer wieder brennen in Berlin-Spandau Kellerverschläge.
Immer wieder brennen in Berlin-Spandau Kellerverschläge.  © Twitter/Feuerwehr Berlin

Am Mittwochabend brannte es erneut im Keller eines der Hochhäuser in der Obstallee im Stadtteil Staaken, wo die meisten Feuer vermutlich von einem oder mehreren Brandstiftern gelegt werden.

Mehrere Kellerverschläge brannten, Kabel und Versorgungsleitungen wurden beschädigt, der Rauch zog durch Flure in angrenzende Häuser, zahlreiche Bewohner mussten ihre Wohnungen verlassen.

Zuvor hatte es zuletzt am Sonntag gebrannt, ebenfalls in einem der Keller der großen Mietshäuser an derselben Straße.

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Seit April 2021 gebe es eine Zunahme von Bränden, teilte die Polizei mit. Darunter seien viele Kellerbrände in der Großsiedlung Obstallee in Staaken. Betroffen seien auch Häuser in den benachbarten Straßen der Obstallee, die ebenfalls zu der großen Siedlung gehörten.

Die Polizei geht meistens von Brandstiftungen durch einen oder mehrere Täter aus. Inzwischen würde bei 82 Bränden geprüft, ob sie zu der Tatserie gehörten.

Im Januar hatte die Polizei eine neue Ermittlungsorganisation "Quartier" beim Landeskriminalamt eingerichtet, die sich mit diesen Brandanschlägen befasst, den oder die Täter sucht und auch versucht, weitere Brandstiftungen durch vorbeugende Maßnahmen und Gespräche mit den beunruhigten Bewohnern zu verhindern. Die Polizei nahm bereits Verdächtige fest, aber die Brände gingen weiter.

Gebiet um Obstallee-Siedlung gilt als sozialer Brennpunkt und Problemkiez

Innensenatorin Iris Spranger (60, SPD) forderte die Wohnungsbaugesellschaften dringend auf, herumliegenden Müll in den Häusern schneller zu entsorgen, Türschlösser zu reparieren und Hausmeister und Wachleute einzusetzen.
Innensenatorin Iris Spranger (60, SPD) forderte die Wohnungsbaugesellschaften dringend auf, herumliegenden Müll in den Häusern schneller zu entsorgen, Türschlösser zu reparieren und Hausmeister und Wachleute einzusetzen.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Verdeckte Ermittler der Kriminalpolizei, uniformierte Streifen und Teams zur vorbeugenden Beratung sind in dem Gebiet unterwegs. Eine Belohnung von 1000 Euro wurde für Hinweise ausgesetzt.

Innensenatorin Iris Spranger (60, SPD) hatte die Wohnungsbaugesellschaften dringend aufgefordert, herumliegenden Müll in den Häusern schneller zu entsorgen, Türschlösser zu reparieren und Hausmeister und Wachleute einzusetzen. Die Bewohner seien inzwischen sehr ängstlich, sagte Spranger im März.

Dann wurde ein Zehn-Punkte-Plan für mehr Sicherheit und Sauberkeit beschlossen, beteiligt waren neben Spranger auch Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (56, SPD) und die zuständige Wohnungsbaugesellschaft.

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Unter anderem sollen die Hausmeister besser erreichbar sein, Müllplätze sollen erneuert und Schrottautos
entfernt werden, kaputte Klingelanlagen und Lampen sollen repariert werden und Videoüberwachung und Wachdienste sollen die Polizei unterstützen.

Die Obstallee-Siedlung gehört zum Neubaugebiet Heerstraße Nord aus den 60er- und 70er-Jahren mit vielen Hochhäusern. Das Gebiet mit insgesamt etwa 8000 Einwohnern gilt als sozialer Brennpunkt und Problemkiez mit hoher Arbeitslosigkeit, niedrigen Einkommen und viel Kriminalität, so wie andere Hochhaussiedlungen - etwa Märkisches Viertel, Gropiusstadt oder Teile von Marzahn-Hellersdorf - auch.

Titelfoto: Twitter/Feuerwehr Berlin

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