Fan-Wahnsinn bei Kreisligist: Influencer-Klub Delay Sports zieht die Massen an

Berlin - Dieser Klub begeistert offenbar nicht nur im Netz. Rund 4.500 Zuschauer strömten laut B.Z. in den Werner-Seelenbinder-Sportpark am Rande des Tempelhofer Feldes, um ein Testspiel zwischen SV Tasmania Berlin und Delay Sports zu sehen.

Delay Sports-Gründer und Streamer Elias Nerlich (24) steht fleißig für Autogramme und Selfies bereit.
Delay Sports-Gründer und Streamer Elias Nerlich (24) steht fleißig für Autogramme und Selfies bereit.  © IMAGO / Matthias Koch

Eine beachtliche Anzahl, wenn man bedenkt, dass ein Klub aus der Regionalliga (4. Liga) einen Kreisligisten (11. Liga) empfängt. Gekommen sind die Zuschauer (überwiegend Kinder und Jugendliche) aber nicht wegen des Kult-Klubs, der noch immer den Rekord des schlechtesten Bundesligisten aller Zeiten hält, sondern wegen des neu gegründeten Vereins Delay Sports.

Obwohl der Amateur-Klub noch nicht ein Pflichtspiel bestritten hat, ist die Euphorie bei den Anhängern jetzt schon groß. Der Grund: die Netz-Stars Elias Nerlich (24) und Sydney Friede (23).

Letzterer hatte einst bei Hertha BSC gespielt, musste den Traum vom Profifußball aber verletzungsbedingt aufgeben. Der 23-Jährige hat sich im Netz (über 829.000 Follower auf Instagram) aber längst ein zweites Standbein aufgebaut, betreibt unter anderem eine eigene Modemarke - gemeinsam mit Kumpel "Eligella" (eine Million Follower auf Instagram, YouTube und Twitch).

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Der Streamer und ehemalige E-Sportler hat den Verein erst ins Leben gerufen. Mitwirken konnte der 24-Jährige zwar nicht, stand dafür aber für zahlreiche Autogramme und Fotowünsche bereit.

Delay Sport auf Instagram größer als Hertha BSC und 1. FC Union Berlin

Und die Popularität macht sich für den Verein bereits jetzt bezahlt. Auf Instagram hat Delay Sports (361.000 Follower) schon jetzt die beiden Berliner Bundesligisten Hertha (246.000) und 1. FC Union Berlin (173.000) locker abgehängt. Mit dem Fan-Wahnsinn bei einem Testspiel hätte aber wohl auch Friede nicht gerechnet. "Ich weiß nicht, wie weit es geht, aber es ist geisteskrank", berichtet der Ex-Profi angesichts der langen Schlange in seiner Instagram-Story.

Einen Sieg konnten die Fans jedoch nicht bestaunen. Der Influencer-Klub musste sich mit 2:0 geschlagen geben. Immerhin konnte das Spiel aber ohne Zwischenfälle zu Ende gespielt werden. Das sah bei Hertha BSC II noch anders aus, als Hunderte Jugendliche den Platz stürmten, um ein Selfie mit Nader El-Jindaoui (25) zu erhaschen. Die Partie musste daraufhin abgebrochen werden.

Titelfoto: IMAGO / Matthias Koch

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