Starten bald Raketen von der Nordsee aus? Wirtschaftsministerium prüft Weltraumbahnhof

Hamburg/Berlin - Das Bundeswirtschaftsministerium will ein Konzept der Industrie für die Errichtung eines Weltraumbahnhofs in Deutschland prüfen, etwa in der Nordsee. 

Bayern, Augsburg: Tankteile einer Ariane 6 Rakete stehen in einer Produktionshalle des Raumfahrtunternehmens MT Aerospace.
Bayern, Augsburg: Tankteile einer Ariane 6 Rakete stehen in einer Produktionshalle des Raumfahrtunternehmens MT Aerospace.  © dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Das berichtete das Handelsblatt. Am Freitagnachmittag habe es ein Treffen von Raumfahrtunternehmen und Beamten im Ministerium gegeben. 

Das Wirtschaftsministerium bestätigte dies am Montag. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) habe ein Konzept vorgelegt, dieses werde nun genau geprüft.

Das Konzept des BDI sieht einen Startplatz für Kleinraketen in der Nordsee vor - eine mobile Startplattform in Form eines privatwirtschaftlichen Betreibermodells mit staatlicher Unterstützung. 

Ein entsprechendes Strategiepapier liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. "Eine deutsche Startplattform ist technisch machbar, strategisch und wirtschaftlich sinnvoll", heißt es. Die Realisierung sei eine politische Entscheidung und keine technische Frage. 

Ein deutscher Startplatz sollte allen europäischen und internationalen Partnern zur Nutzung offenstehen

Wirtschaftsminister Altmaier begrüßte die Errichtung eines Weltraumbahnhofs

Peter Altmaier (62, CDU), Bundeswirtschaftsminister, gibt gemeinsam mit der Vizepräsidentin der Europäischen Kommission vor dem "Europäischen Tag des Wettbewerbs" im Bundeswirtschaftsministerium eine Pressekonferenz.
Peter Altmaier (62, CDU), Bundeswirtschaftsminister, gibt gemeinsam mit der Vizepräsidentin der Europäischen Kommission vor dem "Europäischen Tag des Wettbewerbs" im Bundeswirtschaftsministerium eine Pressekonferenz.  © dpa/POOL/AP/Michael Sohn

Raumfahrt sei für die gesamte deutsche Industrie von zentraler Bedeutung, heißt es in dem Papier. Im digitalen Zeitalter sei sie Schlüssel für Zukunftstechnologien wie autonomes Fahren und Industrie 4.0.

Dank Miniaturisierung würden Satelliten immer kleiner, diese Entwicklung verändere auch den Bedarf an Trägerraketen. "Zukünftig wird es eine Mischung aus großen, mittleren und kleinen Raketen geben."

Es gebe drei private Hersteller von sogenannten Microlaunchern in Deutschland, die 2021/22 auf den Markt kommen sollten. Keines der drei Unternehmen verfüge aber über einen vertraglichen Startplatz in Europa, heißt es.

Die Machbarkeitsanalyse einer Firma komme zu dem Ergebnis, dass eine mobile Startplattform in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone der Nordsee für den Start von kleinen Trägerraketen in "polare- und sonnensynchrone Orbits" geeignet sei.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (62, CDU) hatte sich bereits im vergangenen Jahr aufgeschlossen für die Errichtung eines deutschen Weltraumbahnhofs gezeigt.

Titelfoto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand, dpa/POOL/AP/Michael Sohn

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