Streit um "Keinohrhasen": Drehbuchautoren unterstützen Kollegin

Berlin - Drehbuchautoren bilden Front gegen Til Schweiger (56): Mehrere Kollegen haben sich mit einem offenen Brief hinter die Drehbuchautorin Anika Decker (45) gestellt.

Anika Decker (45) und Til Schweiger (56) bei der Verleihung des Bayerischen Filmpreises 2009. Die Drehbuchautorin hatte vor Gericht einen Einblick in die Einnahmen von Schweigers Kinohits "Keinohrhasen" und "Zweiohrküken" gefordert. (Archivfoto)
Anika Decker (45) und Til Schweiger (56) bei der Verleihung des Bayerischen Filmpreises 2009. Die Drehbuchautorin hatte vor Gericht einen Einblick in die Einnahmen von Schweigers Kinohits "Keinohrhasen" und "Zweiohrküken" gefordert. (Archivfoto)  © dpa/Tobias Hase

Sie hatte vor Gericht einen Einblick in die Einnahmen von Til Schweigers Kinohits "Keinohrhasen" und "Zweiohrküken" gefordert.

"Es sind die starken, unverwechselbaren Bücher, die die Grundlage von besonderen Kinofilmen, Serien und Fernsehfilmen bilden", heißt es in dem Brief vom Freitag, den zum Beispiel der Verband Deutscher Drehbuchautoren unterzeichnet hat.

Bislang hätten sich nur Kollegen solche Klagen zugetraut, die am Ende ihrer Karriere oder mit dem Rücken zur Wand gestanden hätten. Decker sei "Sinnbild für ein neues Selbstverständnis". Es brauche "Anerkennung, Transparenz und eine faire Zusammenarbeit".

Die Komödien "Keinohrhasen" und "Zweiohrküken" hatten Millionen Besucher in die Kinos gelockt. Das Landgericht Berlin entschied im Oktober, dass Decker Einblick in die Einnahmen der Filme nehmen darf.

Hintergrund der Klage von Anika Decker ist der "Fairnessparagraf" im Urheberrecht

Anika Decker auf dem roten Teppich beim Deutschen Filmball 2018. Nach ihrer Klage hat die Drehbuchautorin und Regisseurin Unterstützung von ihren Kollegen erhalten. (Archivfoto)
Anika Decker auf dem roten Teppich beim Deutschen Filmball 2018. Nach ihrer Klage hat die Drehbuchautorin und Regisseurin Unterstützung von ihren Kollegen erhalten. (Archivfoto)  © Matthias Balk/dpa

Das Gericht gab damit in erster Instanz dem Auskunftsbegehren gegen die Produktionsfirma und einen Medienkonzern statt.

Gegen das Urteil habe die Gegenseite Berufung zum Kammergericht eingelegt, sagte ein Gerichtssprecher. Ein Termin dazu sei noch nicht anberaumt.

Es geht bei der sogenannten Stufenklage zunächst um die Offenlegung der Einnahmen durch die verschiedenen Auswertungsbereiche - also etwa DVD, Pay-TV und Streamingdienste.

Im nächsten Schritt könnte es um die Frage der angemessenen Vergütung gehen.

Hintergrund der Klage ist der "Fairnessparagraf" im Urheberrecht. Er sieht eine Nachvergütung vor, wenn die ursprünglich vereinbarte Honorierung und die später erzielten Erträge in auffälligem Missverhältnis stehen.

Titelfoto: dpa/Tobias Hase

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