Tempelhofer Feld: FDP startet Volksbegehren und will Bebauungsverbot kippen

Berlin - Die Berliner FDP hat die ersten Unterschriften für ein neues Volksbegehren zur Zukunft des Tempelhofer Felds gesammelt.

Ein Jogger rennt im Licht der Morgensonne über das Tempelhofer Feld.
Ein Jogger rennt im Licht der Morgensonne über das Tempelhofer Feld.  © Christoph Soeder/dpa

"Wir sind am Donnerstag gestartet", sagte der Sprecher des Landesverbands, Peter Kastschajew. Die FDP möchte erreichen, dass das Gelände des 2008 geschlossenen Flughafens am Rand bebaut werden darf. 

Das ist derzeit nicht möglich, nachdem sich bei einer Volksabstimmung 2014 eine Mehrheit dafür ausgeprochen hatte, die Freifläche so zu belassen, wie sie ist. 

Das Bebauungsverbot ist im Tempelhofer-Feld-Gesetz festgeschrieben, das die FDP zusammen mit der Initiative "Baut auf diese Stadt" kippen möchte. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

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Zunächst lautet das Ziel, 20.000 Unterschriften zu sammeln, die notwendig sind, damit ein Volksbegehren überhaupt eingeleitet werden kann.

 "Wir schicken Teams in die ganze Stadt los", sagte Kastschajew. "Wenn wir keine Pandemie hätten, hätte ich gesagt, wir schaffen das in zwei Monaten."

Auch wenn die vorgeschriebene Zahl erreicht wird, hält Kastschajew es nicht für realistisch, dass eine Abstimmung noch bei der nächsten Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2021 möglich ist.

Die FDP plädiert dafür, ein Drittel des 300 Hektar großen Feldes mit bis zu 12.000 Wohnungen bebauen zu können, jeweils zu gleichen Teilen von Genossenschaften, privaten und landeseigenen Wohnungsbauunternehmen. "200 Hektar sollen frei bleiben und als Grün- und Naturfläche weiterentwickelt werden", so der FDP-Sprecher.

Der Verein Demokratische Initiative 100 Prozent Tempelhofer Feld, der sich 2014 für das Volksbegehren gegen eine Bebauung engagiert hatte, sieht den Vorstoß kritisch: "Wir halten das für ein Projekt der FDP, um unter dem Deckmantel der Bürgerbeteiligung bei den Wahlen im kommenden Jahr über die Fünfprozenthürde zu kommen", sagte Vereinsvorstand Lisa Wiedekamp dem "Tagesspiegel" (Mittwoch).

Titelfoto: Christoph Soeder/dpa

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