Twin-Towers in Mitte? Charité will in Berliner Standorte investieren

Berlin - Investitionen in Milliardenhöhe? Die Berliner Charité will ihre Standorte in den kommenden Jahren ausbauen. Auch das Stadtbild könnte sich dabei ändern: Ein zweites Hochhaus in Mitte ist im Gespräch, der sogenannte Health Tower.

Heyo K. Kroemer (60), Vorstandsvorsitzender der Charité, präsentierte am Montag gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister und Charité-Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Müller (55, SPD) ein Strategiepapier zur Ausrichtung der Charité bis 2030.
Heyo K. Kroemer (60), Vorstandsvorsitzender der Charité, präsentierte am Montag gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister und Charité-Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Müller (55, SPD) ein Strategiepapier zur Ausrichtung der Charité bis 2030.  © Markus Schreiber/AP POOL/dpa

Vorstandsvorsitzender Heyo K. Kroemer (60) sprach am Montag von "Twin Towers der Charité". Er finde die Idee sehr charmant. "Wir möchten gerne in zwei möglichst benachbarten Einrichtungen unsere klinische Versorgung in Mitte konzentrieren. Wie das am Ende des Tages aussieht, werden wir dann sehen", so Kroemer.

Die über die ganze Stadt verteilte Verwaltung solle möglichst an einem Ort zusammengeführt werden.

Kroemer präsentierte gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister und Charité-Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Müller (55, SPD) ein Strategiepapier zur Ausrichtung der Charité bis 2030. Es gehe darum, aus "dem riesigen Potenzial, was wir hier haben, noch mehr zu machen", sagte Müller.

Das Standortkonzept ist ein zentraler Teil der Pläne. Jeder Standort soll demnach ein individuelles Profil bekommen.

Dabei entstehe ein großes Puzzle. "Jeder Standort steht für Themen, aber alle passen zusammen zur ganzen Charité", sagte Kroemer.

Die Charité Berlin informiert bei Twitter über die "Strategie2030"

Jeder Standort soll ein individuelles Profil bekommen, das zur Charité passt

Das Bettenhochhaus der Berliner Charite vor dem Bundeskanzleramt. Europas größte Universitätsklinik will ihre Standorte in den kommenden Jahren ausbauen. Auch das Stadtbild könnte sich dabei ändern.
Das Bettenhochhaus der Berliner Charite vor dem Bundeskanzleramt. Europas größte Universitätsklinik will ihre Standorte in den kommenden Jahren ausbauen. Auch das Stadtbild könnte sich dabei ändern.  © Fabian Sommer/dpa

Der Campus Virchow soll demnach das Zentrum für Herz- und Krebsmedizin sowie die Zell- und Gentherapie werden.

"Am Benjamin-Franklin möchten wir gerne einen Schwerpunkt legen, der wirklich neu ist, nämlich im Bereich der Prävention", sagte Kroemer. Gemeinsam mit der Freien Universität solle dort die Allergologie und Immunologie ausgebaut werden.

"Im Campus Mitte wollen wir uns auf Neurowissenschaften und digitale Medizin konzentrieren", so der Vorstand.

Der geplante Umbau könnte Milliarden kosten. Allein am Standort Mitte liegt der geschätzte Investitionsbedarf bis 2030 bei rund 370 Millionen Euro.

Darüber hinaus soll dort weiter investiert werden: Bis 2050 schätzt die Charité den Bedarf dort auf insgesamt etwa 1,8 Milliarden Euro.

Die Charité gilt als Europas größte Universitätsklinik und gehört zu den führenden Einrichtungen der biomedizinischen Forschung.

Der Konzern beschäftigt rund 18.700 Mitarbeiter. Zur Charité gehören mehr als 100 Kliniken und Einrichtungen. Für Patienten stehen rund 3000 Betten zur Verfügung.

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

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