Geldtransporter auf dem Berliner Ku'damm überfallen: Täter auf der Flucht

Berlin - Auf dem Berliner Kurfürstendamm ist am Freitagvormittag ein Geldtransporter überfallen worden.

Geldtransporter und Polizeiwagen stehen vor der Filiale der Berliner Volksbank am Kurfürstendamm im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf.
Geldtransporter und Polizeiwagen stehen vor der Filiale der Berliner Volksbank am Kurfürstendamm im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf.  © Morris Pudwell

Mehrere Täter seien geflüchtet, sagte eine Polizeisprecherin.

Zwei Wachleute sollen verletzt worden sein. Ob geschossen wurde, war zunächst noch unklar.

Der Überfall geschah demnach vor einer Volksbank-Filiale an der Ecke Bleibtreustraße. Der Alarm ging bei der Polizei gegen 10 Uhr ein.

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Nach Informationen der "B.Z." soll einer der Wachleute schwer verletzt sein. Ein möglicher Fluchtwagen soll ausgebrannt nahe der Stadtautobahn in Schöneberg gefunden worden sein.

Zuletzt hatte es am 15. und 17. Dezember Überfälle auf Geldtransporter oder Geldboten am Ikea-Möbelhaus in Berlin-Schöneberg und im Park Center Treptow gegeben. Mitte Januar wurde ein Verdächtiger zu dem Überfall bei Ikea gefasst.

Update, 12.35 Uhr: Polizei bittet um Videos nach Geldtransporter-Überfall

Polizeibeamte sichern vor einer Bank an einem Geldtransporter Spuren.
Polizeibeamte sichern vor einer Bank an einem Geldtransporter Spuren.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Nach dem Überfall auf einen Geldtransporter am Berliner Ku'damm hat die Polizei Zeugen aufgefordert, Fotos und Filme an das Landeskriminalamt zu schicken. Weil schon Filme ins Internet gestellt worden seien, betonte die Polizei per Twitter:

"Achtung! Bitte stellen Sie Aufnahmen des Überfalls nichts in Netz. Wir haben unser Hinweisportal freigeschaltet, damit Sie Bilder und Videos für die Ermittlungen unseres #LKA zur Verfügung stellen können. https://be.hinweisportal.de/~portal/de/select."

Laut einem Polizeisprecher bedrohten die Räuber die Wachleute mit Waffen und sprühten mit Reizgas. Laut Zeugen handelte es sich um Schusswaffen.

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Die Täter seien mit mehreren Geldkassetten geflüchtet. In der Bessemerstraße südlich der Stadtautobahn in Tempelhof-Schöneberg sei ein Audi, der angezündet worden sei, gefunden worden, sagte der Sprecher.

Die Polizei prüfe nun, ob es sich um den Fluchtwagen handeln könnte. Anfangs war auch von der Urbanstraße in Kreuzberg als einem Fundort eines verdächtigen Wagens die Rede. Über die Höhe der Beute ist noch nichts bekannt.

Eine Zeugin berichtete, dass sie aus dem Auto den Überfall beobachtet habe. Es seien vier Täter gewesen. Ein Mann habe zwei Pistolen auf sie und ihre Mitfahrer gerichtet. Zwei Komplizen hätten "Säcke mit Geld transportiert" und in einen Wagen gepackt.

Ein Mann habe am Steuer des silbernen Fluchtwagens gesessen. Dessen Kofferraum habe sich nicht ganz schließen lassen. Ein weiterer Mann habe auf dem Boden gelegen, möglicherweise ein Wachmann. "Es war ein großer Schock, ich hatte totale Angst", sagte die junge Frau.

Update, 13.31 Uhr: Videos zeigen Überfall auf Geldtransporter, Fluchtwagen offenbar gefunden

Bei dem ausgebrannten Fluchtwagen, der südlich der Stadtautobahn in Tempelhof-Schöneberg gefunden wurde, handelt es sich um einen silbernen Audi S6.
Bei dem ausgebrannten Fluchtwagen, der südlich der Stadtautobahn in Tempelhof-Schöneberg gefunden wurde, handelt es sich um einen silbernen Audi S6.  © Morris Pudwell

Der Überfall auf einen Geldtransporter am Berliner Ku'damm am Freitagvormittag ist von mindestens vier verkleideten, maskierten und zum Teil bewaffneten Männern verübt worden. Das zeigen Videos, die ins Internet gestellt wurden. Die Köpfe und Gesichter sind mit Stoffmasken oder Mützen verhüllt. Die Polizei stuft das Video als authentisch ein.

In einem Film, der aus einem Fenster eines Hauses am Tatort aufgenommen wurde, sind die vier Männer zu sehen. Hektisch packen sie Gegenstände aus der offenen Seitentür eines blauen Transporters, der auf dem Gehweg steht, in einen großen weißen Sack.

Mindestens einer von ihnen könnte eine schwarze Pistole in der rechten Hand halten. Auf dem Boden liegt ein anders gekleideter Mann. Den vollen Sack zerren die Männer zum Straßenrand. Dann bricht das 22 Sekunden lange Video ab.

Ein zweites Video, das die "Bild"-Zeitung veröffentlichte, wurde von der gegenüberliegenden Straßenseite gefilmt. Zu sehen ist, wie die Männer den großen weißen Sack in den Kofferraum eines Autos packen, in den Wagen springen und abfahren.

Nach Auskunft der Polizei könnte ein Auto, das in der Bessemerstraße südlich der Stadtautobahn in Tempelhof-Schöneberg brennend gefunden wurde, der Fluchtwagen sein. "Das Vorgehen spricht dafür, dass das relativ organisiert war. Die Täter sind rücksichtlos vorgegangen, um an die Beute zu gelangen. Es wurde Gewalt angewendet", sagte ein Polizeisprecher.

Überprüft werde nun das ausgebrannte Fahrzeug, das hinter einem Supermarkt abgestellt wurde. Spuren vom Tatort würden durch Kriminaltechniker gesichert, es gebe viele Zeugenaussagen. "Natürlich werden auch Zusammenhänge zu vorangegangenen Taten geprüft." Ob Indizien Richtung organisierter Kriminalität oder Clan-Kriminalität deuten würden, könne derzeit noch nicht gesagt werden.

Update, 18.38 Uhr: Verletzte Wachmänner aus Krankenhaus entlassen

Die beiden Wachmänner, die bei dem Überfall auf einen Geldtransporter am Berliner Ku'damm verletzt worden sind, haben laut Polizei das Krankenhaus wieder verlassen. Die beiden seien ambulant behandelt worden, teilte die Polizei am Freitagabend mit.

Die Wachmänner im Alter von 37 und 60 Jahren waren am Vormittag von den vier Räubern vor der Bankfiliale an der Ecke zur Bleibtreustraße im Stadtteil Charlottenburg überwältigt worden. Die Täter sollen Reizgas eingesetzt und die Männer entwaffnet haben.

Titelfoto: Morris Pudwell

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