Lkw erfasst Frau (†52): Fahrer muss Geldstrafe zahlen

Berlin – Weil er eine Radfahrerin beim Rechtsabbiegen mit seinem Sattelzug erfasst und getötet hat, ist ein 49-jähriger Lkw-Fahrer zu einer Geldstrafe in Höhe von 7200 Euro verurteilt worden.

Nach einem tödlichen Lkw-Unfall in Berlin wurde der Fahrer nun vor Gericht verurteilt.
Nach einem tödlichen Lkw-Unfall in Berlin wurde der Fahrer nun vor Gericht verurteilt.  © dpa/Paul Zinken

Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten sprach den Mann am Dienstag der fahrlässigen Tötung schuldig. Der schwere Unfall wäre vermeidbar gewesen, begründete das Gericht.

Der 49-Jährige wollte am 23. Januar 2018 bei grünem Ampellicht am Kaiser-Wilhelm-Platz in Berlin-Schöneberg in die Hauptstraße abbiegen. 

Laut Gutachten fuhr er mit 20 Stundenkilometern in den Kreuzungsbereich und überrollte die 52 Jahre alte Radfahrerin, die in gleicher Richtung unterwegs war. 

Die recht zügige Geschwindigkeit des Lastwagens sei zum Unfallzeitpunkt zwar erlaubt gewesen, sagte die Richterin. 

Aber da der Angeklagte nicht genau gewusst habe, was ihn erwarte, hätte er mit "deutlich geringerer Geschwindigkeit bis hin zum Anhalten fahren müssen".

Immer wieder tödliche Fahrradunfälle durch Lkws in Berlin

Laut Gutachten hatte der Fahrer den Rampenspiegel an der rechten Außenseite der Fahrerkabine nicht korrekt eingestellt. 

Wäre das Sichtfeld im Spiegel größer gewesen, hätte der Unfall zumindest glimpflicher ausgehen können, so der Gutachter. Das Gericht verhängte gegen den Fahrer eine Strafe von 160 Tagessätzen zu je 45 Euro. Die Staatsanwaltschaft hatte 120 Tagessätze zu je 50 Euro sowie ein dreimonatiges Fahrverbot gefordert, die Verteidigung hatte auf maximal 90 Tagessätze plädiert.

Immer wieder werden Fahrradfahrer von abbiegenden Lastwagen getötet oder schwer verletzt. Anfang des Jahres kamen in Berlin zwei Frauen (68 und 79 Jahre alt) auf diese Weise ums Leben.

Seit Inkrafttreten der neuen Straßenverkehrsordnung Ende April dürfen Lastwagen beim Rechtsabbiegen innerorts nur noch mit Schrittgeschwindigkeit fahren.

Titelfoto: dpa/Paul Zinken

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