Verdacht auf Afrikanische Schweinepest in Deutschland bestätigt!

Berlin - Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist erstmals in Deutschland nachgewiesen worden. Die Tierseuche wurde bei einem toten Wildschwein in Brandenburg nahe der Grenze zu Polen bestätigt, wie Bundesagrarministerin Julia Klöckner (47, CDU) am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (47, CDU) gab am Donnerstag auf einer Pressekonferenz bekannt, dass sich der Verdacht auf die Afrikanische Schweinepest in Deutschland bestätigt hat.
Bundesagrarministerin Julia Klöckner (47, CDU) gab am Donnerstag auf einer Pressekonferenz bekannt, dass sich der Verdacht auf die Afrikanische Schweinepest in Deutschland bestätigt hat.  © Kay Nietfeld/dpa, Frank Rumpenhorst/dpa (Bildmontage)

"Der Verdacht hat sich leider bestätigt", sagte sie. "Die Afrikanische Schweinepest ist für den Menschen ungefährlich." Vom Verzehr von möglicherweise kontaminiertem Fleisch gehe keine Gefahr für den Menschen aus. Für Schweine sei die Seuche fast immer tödlich.

Der Kadaver des Wildschweins war wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt im Landkreis Spree-Neiße gefunden worden. Das Friedrich-Loeffler-Institut, das als nationales Referenzlabor Verdachtsfälle abklärt, brachte den endgültigen Nachweis.

Damit verliert Deutschland den Status als "seuchenfrei". Nun können Exportstopps für Schweinefleisch ins Nicht-EU-Ausland drohen, zum Beispiel nach Asien. Bei den Bauern gibt es deshalb große Sorgen vor wirtschaftlichen Auswirkungen.

Ein Übertreten der Tierseuche nach Deutschland wird seit längerem befürchtet. Seit mehreren Monaten kursiert die Afrikanische Schweinepest in Polen. Im März wurde im Nachbarland ein daran gestorbenes Wildschwein nur etwas mehr als zehn Kilometer vor der Grenze zu Deutschland entdeckt. Als Ursache für die Verbreitung in Europa wird die illegale Entsorgung von Speiseabfällen vermutet, die den Erreger enthielten.

Brandenburg hatte in den Kreisen Oder-Spree und Spree-Neiße sowie in der Stadt Frankfurt (Oder) einen 120 Kilometer langen Elektroschutzzaun an der Grenze errichtet. Er soll Wildschweine aufhalten. Ein fester Schutzzaun im Kreis Spree-Neiße ist geplant. Auch am sächsischen Grenzverlauf wurde ein Zaun gebaut.

Für das Krisenmanagement sind die örtlichen Behörden zuständig. Wird die Schweinepest bei einem Wildschwein festgestellt, wird nach Angaben des Bundesministeriums ein "gefährdeter Bezirk" festgelegt und eine Pufferzone eingerichtet. Hausschweine und Schweinefleisch dürfen dann aus diesen Gebieten - bis auf Ausnahmen - nicht herausgebracht werden.

Update, 11.11 Uhr: Jagdverband fordert nach Schweinepest-Ausbruch schnelles Handeln

Zwei Wildschweine wühlen bei der Futtersuche mit der Schnauze im Erdboden. Nach der Bestätigung des Verdachtsfalles, fordert der Deutsche Jagdverband ein schnelles Handeln. (Symbolfoto)
Zwei Wildschweine wühlen bei der Futtersuche mit der Schnauze im Erdboden. Nach der Bestätigung des Verdachtsfalles, fordert der Deutsche Jagdverband ein schnelles Handeln. (Symbolfoto)  © Lino Mirgeler/dpa

Der Deutsche Jagdverband hat nach dem erstmaligen Nachweis der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland ein schnelles Handeln der Behörden gefordert. "Ganz wichtig ist, den Fundort schnellstmöglich zu isolieren", sagte der Verbandssprecher Torsten Reinwald am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Maßnahmen müssten vor Ort eng mit Jägern und Landwirten erarbeitet und umgesetzt werden, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Zuvor war der Kadaver eines mit ASP infizierten Wildschweins in Brandenburg nahe der deutsch-polnischen Grenze gefunden worden.

Das Virus sei hochinfektiös, überlebe sogar beim Räuchern von Wurst und bleibe an Holz bis zu 200 Tage haften, sagte Reinwald. Ein infizierter Kadaver könne nur in einem Spezialbehälter abtransportiert werden. Deshalb appellierte Reinwald an alle Beteiligten, verdächtige Tiere auf keinen Fall anzufassen, sondern sofort die Polizei oder die zuständige Veterinärbehörde zu alarmieren. Vor allem Jäger, Förster und Landwirte seien jetzt zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgerufen. Je früher ein Ausbruch erkannt werde, desto größer die Chance, diesen einzudämmen.

Unter gewöhnlichen Umständen breite sich die Afrikanische Schweinepest mit maximal 20 Kilometern pro Jahr aus, sagte Reinwald. "Die große Gefahr ist der Mensch." Wenn Menschen in Kontakt mit dem Virus kämen, könnten sie ihn über hunderte Kilometer verschleppen, etwa über Schmutz an den Radkästen von Autos oder an Schuhsohlen und Kleidung.

Update, 11.20 Uhr: Klöckner gegen Panikmache bei wirtschaftlichen Folgen

Nach der Bestätigung der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland versucht Bundesagrarministerin Julia Klöckner (47, CDU) zu beschwichtigen und warnt vor einer voreiligen Panikmache bezüglich wirtschaftlicher Folgen.
Nach der Bestätigung der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland versucht Bundesagrarministerin Julia Klöckner (47, CDU) zu beschwichtigen und warnt vor einer voreiligen Panikmache bezüglich wirtschaftlicher Folgen.  © Kay Nietfeld/dpa

Bundesagrarministerin Julia Klöckner hat nach dem erstmaligen Nachweis der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland vor Panikmache mit Blick auf mögliche wirtschaftliche Folgen gewarnt. "Es ist ein Wildschwein gefunden worden in einem Landkreis", sagte sie am Donnerstag in Berlin.

Nun gelte es festzustellen, ob es über den in Brandenburg entdeckten Kadaver hinaus eine Verbreitung in dem Gebiet gebe. Dann sei auch festzustellen, welche schweinehaltenden Betriebe es dort gebe. Ziel sei, das Geschehen einzugrenzen und einzudämmen. Sicherlich dürften nun Schweinehalter auch anderswo noch stärker in "Habacht-Stellung" sein. Sie würden aber jetzt nicht in ganz Deutschland für einen Fund in einem Landkreis "verhaftet".

Klöckner betonte, dass der Handel mit Schweinen und Schweinefleisch innerhalb der EU weitgehend aufrechterhalten werden könne - von Einschränkungen betroffen wären nicht Betriebe in ganz Deutschland, sondern nur in dem konkret betroffenen Gebiet.

Nach Angaben des Ministeriums ist aber davon auszugehen, dass Schweinefleischexporte aus Deutschland besonders nach Asien weitgehend wegfallen dürften. Das Ministerium sei aber in Kontakt mit mehreren Nicht-EU-Staaten, um ebenfalls nur regionale Beschränkungen zu vereinbaren, hieß es.

Update, 11.32 Uhr: Klöckner: Vorkehrungen für Schweinepest sollen Ausbreitung verhindern

Zwei THW-Mitarbeiter errichten einen Schutzzaun gegen die Afrikanische Schweinepest. Nach dem Auftreten der Seuche in Brandenburg muss das Gebiet schnell identifiziert und abgegrenzt werden. (Symbolfoto)
Zwei THW-Mitarbeiter errichten einen Schutzzaun gegen die Afrikanische Schweinepest. Nach dem Auftreten der Seuche in Brandenburg muss das Gebiet schnell identifiziert und abgegrenzt werden. (Symbolfoto)  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Ein Maßnahmenplan soll nach Angaben von Bundesagrarministerin Julia Klöckner die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest nach dem Fund eines infizierten toten Wildschweins verhindern. Dazu gehörten die Einschränkung des Personen- und Fahrzeugverkehrs innerhalb des betroffenen Gebietes und Absperrungen, sagte Klöckner am Donnerstag in Berlin. Außerdem gehe es um die Nutzung von Agrarflächen, die Suche nach verendeten Tieren und die Möglichkeit verstärkter Jagd durch Forstbeamte oder Berufsjäger.

Die Tierseuche wurde bei einem Kadaver in Brandenburg im Spree-Neiße-Kreis nachgewiesen. Nun soll möglichst schnell eine weitere Ausbreitung verhindert werden. "Es wird wichtig sein, das infizierte Gebiet möglichst schnell zu identifizieren, um dann entsprechend auch abgrenzen zu können", sagte Thomas Mettenleiter, Chef des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI).

Es müsse analysiert werden, ob der Wildschweinkadaver ein Einzelfall sei oder ob sich die Infektion schon ausgebreitet habe. Das tote Tier habe offensichtlich schon einige Zeit an der Stelle gelegen. Er sei sehr vorsichtig, ob der Fall auf die Ausbreitung in Westpolen im vergangenen Jahr zurückgehe.

Update, 12.35 Uhr: Schweinehalter: Folgen nach Schweinepest-Fall noch nicht absehbar

Mehrere Schweine stehen in einem Zuchtbetrieb im Stroh. Schweinebauern befürchten bei Schließung des chinesischen Marktes aufgrund von ASP, dass der inländische Preisdruck steigt. (Symbolfoto)
Mehrere Schweine stehen in einem Zuchtbetrieb im Stroh. Schweinebauern befürchten bei Schließung des chinesischen Marktes aufgrund von ASP, dass der inländische Preisdruck steigt. (Symbolfoto)  © picture alliance / Holger Hollemann/dpa

Bei den Schweinebauern wächst die Sorge vor wirtschaftlichen Auswirkungen. "Ein ASP-infiziertes Wildschwein in Deutschland hat grundsätzlich Folgen für alle Schweinebauern in ganz Deutschland", sagte der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands, Torsten Staack, der Deutschen Presse-Agentur. Wie stark die wirtschaftlichen Folgen ausfielen, hänge maßgeblich davon ab, inwieweit Märkte geöffnet bleiben würden. "In Europa ist das klar der Fall. Bislang ist aber noch unklar, wie sich Abnehmer in Drittlandsmärkten – also insbesondere China – verhalten", sagte Staack.

"Würde deutsches Fleisch für Asien gesperrt werden, könnten entsprechende Mengen nicht dorthin abfließen und hierfür müssten natürlich andere Absatzkanäle erschlossen werden. Das würde dann im Inland mit Sicherheit zu Preisdruck führen", so Staack weiter. Preisturbulenzen für die Schlachtbetriebe könnten die Folge sein.

Bedingt durch die Corona-Krise und die hohen Sicherheitsmaßnahmen könnten viele Betriebe "ohnehin nur mit angezogener Handbremse" produzieren. Schon jetzt gebe es ein leichtes Überangebot an lebenden Schweinen. Es müsse nun alles dafür getan werden, dass sich die Schweinepest nicht weiter ausweitet.

Update, 12:47 Uhr: Krisenmaßnahmen in zwei Landkreisen in Brandenburg

Ursula Nonnemacher (63, Bündnis 90/Die Grünen), Ministerin für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz, gab am Donnerstag bekannt, dass in zwei Landkreisen in Brandenburg Krisenmaßnahmen ergriffen werden, um eine weitere Ausbreitung der Schweinepest zu verhindern
Ursula Nonnemacher (63, Bündnis 90/Die Grünen), Ministerin für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz, gab am Donnerstag bekannt, dass in zwei Landkreisen in Brandenburg Krisenmaßnahmen ergriffen werden, um eine weitere Ausbreitung der Schweinepest zu verhindern  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Nach dem erstmaligen Nachweis der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland sollen in zwei Landkreisen in Brandenburg Krisenmaßnahmen anlaufen. Der Fundort des toten Wildschweins mit dem Virus liege im Landkreis Spree-Neiße, aber sehr nah an der Grenze zum Landkreis Oder-Spree, sagte Landes-Verbraucherministerin Ursula Nonnemacher (63, Bündnis 90/Die Grünen) am Donnerstag in Potsdam. In einem Radius von mindestens 15 Kilometern um den Fundort herum solle jetzt ein vorläufiges Gefahrengebiet eingerichtet werden, das beide Landkreise umfasse und auch ins Nachbarland Polen reiche.

In diesem Gebiet seien Beschränkungen vorgesehen. Angeordnet werden solle etwa ein striktes Jagdverbot, um Wildschweine nicht aufzuschrecken, sagte Nonnemacher. Möglich seien auch Nutzungsbeschränkungen für Förster und Bauern, beispielsweise ein Ernteverbot für Maisfelder. In dem Gebiet gebe es auch Schweinehalter. Der Abstand zu einem größeren Betrieb betrage etwa sieben Kilometer. Tierhalter seien bereits seit längerem für strenge Hygienevorkehrungen sensibilisiert worden. Diese Vorgaben sollen nun nochmals überprüft werden. Veranstaltungen mit Schweinen wie Hoffeste oder Landwirtschaftsschauen werden untersagt.

"Wir müssen jetzt alles versuchen, um eine weitere Ausbreitung des Seuchengeschehens zu verhindern", sagte Nonnemacher. Später solle auch eine Kernzone eingerichtet werden. Landestierarzt Stephan Nickisch sagte, sie solle einen Radius von mindestens drei Kilometern um den Fundort haben. Die Zone soll dann auch eingezäunt werden, das Betreten soll verboten sein.

Update, 13.42 Uhr: Bauern in großer Sorge - Verband für verstärkte Vorsorge

Der Deutsche Bauernverband zeigt sich nach dem ersten Nachweis der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland besorgt und hält noch mehr Prävention gegen eine Ausbreitung für notwendig. Die Schweinehalter hätten zur Sicherung ihrer Bestände bereits umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen wie Hygiene ergriffen, erklärte Bauernpräsident Joachim Rukwied am Donnerstag in einer Mitteilung.

"Die Vorsorge muss noch weiter verstärkt werden." Nötig sei, Wildschweine zu jagen und einen stabilen Zaun zu errichten. "Wir brauchen zwingend eine wildschweinfreie Zone an der polnischen Grenze", forderte Rukwied. Reisende dürften auch keine Essensreste wie Wurstbrote unachtsam wegwerfen.

Update, 14.20 Uhr: Senatsverwaltung ruft Berliner wegen Schweinepest zur Vorsicht auf

Nachdem in Brandenburg der deutschlandweit erste Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bekannt geworden ist, hat die Senatsverwaltung für Verbraucherschutz die Berliner zu vorsichtigem Umgang mit Schweinefleisch aufgefordert. 

Um das Einschleppen des Erregers in Berliner Wildschwein- und Hausschweinbestände möglichst zu vermeiden, sollten Lebensmittelreste auf keinen Fall in der freien Natur gelassen, sondern über geschlossene Abfallbehälter entsorgt werden.

Berliner sollten außerdem keine Wildschweine füttern und keine tierischen Erzeugnisse aus Ländern wie Belgien, Bulgarien, Rumänien, Polen oder Tschechien mitbringen, in denen die Afrikanische Schweinepest verbreitet ist. Nicht durchgegarte Fleischerzeugnisse wie Rohschinken oder Salami seien eine der Hauptinfektionsquellen. 

Aber auch Fahrzeuge, Personen und Hunde könnten das Virus unerkannt verbreiten, wenn es ihnen anhafte, so die Senatsverwaltung. Hundebesitzer werden aufgefordert, Spaziergänge in den betroffenen Gebieten in Brandenburg zu vermeiden und dafür zu sorgen, dass ihr Hund kein Wild hetzt.

Wer ein totes Wildschwein entdeckt, sollte das zuständige Forstamt oder das Veterinäramt des Bezirks informieren. Die Afrikanische Schweinepest sei eine hoch ansteckende und für Schweine zumeist tödlich verlaufende Viruserkrankung, warnte die Senatsverwaltung. Das Virus sei aber keine Bedrohung für den Menschen. 

Derzeit werden in Berlin den Angaben zufolge regelmäßig Proben von tot gefundenen Wildschweinen entnommen und auf das Virus untersucht.

Update, 16.08 Uhr: Landkreis Spree-Neiße trifft nach Schweinepest-Fall erste Maßnahmen

Ein Schild "Warning Electric Fence" hängt an der Grenze zu Polen an einem blauen Elektrozaun.
Ein Schild "Warning Electric Fence" hängt an der Grenze zu Polen an einem blauen Elektrozaun.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB

Nach dem deutschlandweit ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein hat der betroffene Landkreis Spree Neiße erste Maßnahmen getroffen. 

Um den Fundort in der Gemeinde Schenkendöbern wurde ein vorläufiges gefährdetes Gebiet mit einem Radius von 15 Kilometern festgelegt. Hinweisschilder sollen noch aufgestellt werden, wie der Landkreis am Donnerstag auf einer Pressekonferenz mitteilte. 

Einige Dörfer sind betroffen. Zudem soll das Gebiet verstärkt bejagt werden. Zudem soll am kommenden Montag mit dem Aufstellen eines Elektrozauns in einem Radius von mindestens drei Kilometern begonnen werden. Außerdem wurde eine Pufferzone von 30 Kilometer Radius eingerichtet.

Die Bevölkerung werde mit einer Allgemeinverfügung umfassend informiert, kündigte Landrat Harald Altekrüger (64, CDU) an. Diese werde derzeit erarbeitet. 

Die Maßnahmen beträfen einen großen Teil des Landkreises und reichten bis nach Cottbus. Auch der Landkreis Oder-Spree sei betroffen, so Altekrüger. Ein Krisenstab koordiniere die Maßnahmen.

Update, 20.35 Uhr: Senator Behrendt: Berlin ist auf die Schweinepest vorbereitet

Dirk Behrendt (49, Bündnis 90/Die Grünen), spricht bei einer Pressekonferenz.
Dirk Behrendt (49, Bündnis 90/Die Grünen), spricht bei einer Pressekonferenz.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Berlins Senator für Verbraucherschutz, Dirk Behrendt, hält es für realistisch, dass die Afrikanische Schweinepest (ASP) auch die Hauptstadt erreicht. Die Tierseuche wurde bei einem toten Wildschwein in Brandenburg am Donnerstag gesichert nachgewiesen. 

Der Kadaver des Wildschweins war wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt im Landkreis Spree-Neiße gefunden worden. "Dass die Wildschweine aus Guben zu Fuß nach Berlin kommen, halte ich eher für unwahrscheinlich", sagte Behrendt (Grüne) am Donnerstag in der RBB-"Abendschau". 

Er könne nicht sagen, wann mit dem ersten Fall in Berlin zu rechnen sei, aber natürlich sei das nicht außerhalb des Möglichen. «Wir sind aber gewappnet, wir haben uns vorbereitet auf den Fall der Fälle», sagte Behrendt.

"Wir hoffen alle, dass er nicht eintritt. Aber wenn es dann passiert, wissen wir, was zu tun ist." Wie in Brandenburg würde dann ein Krisenstab sofort die Arbeit aufnehmen, kündigte der Senator für Justiz und Verbraucherschutz an. 

"Es würde dann darum gehen, an den Fundorten der Wildschweine Restriktionszonen auszuweisen, dort auch Absperrungen vorzunehmen, dass dort keine anderen Tiere hinkommen, dass da keine Menschen hinkommen." Damit zu rechnen sei in Berlin in den Wäldern wie im Grunewald, sagte Behrendt. "Am Müggelsee kann das sein, im Tiergarten. Dann geht es darum, die weitere Verbreitung zu verhindern."

Zuständig dafür seien die Bezirke. "Sie sind die Seuchenpolizei. Das sind die Gesundheitsämter, die Veterinärämter, die sind aber vorbereitet", versicherte der Grünen-Politiker. Für Menschen bestehe keine Gefahr einer Ansteckung. "Selbst wenn sie Wildschweinfleisch verzehren sollten, die Erkrankung greift nicht über", so der Senator.

"Aber es gilt natürlich trotzdem, die Verbreitung zu verhindern, um das Sterben von vielen Wildschweinen und auch Nutzschweinen zu vermeiden." Es spreche nichts dagegen, weiter in den Wald zu gehen, sagte Behrendt. 

Hundehalter seien aber aufgerufen, Zurückhaltung zu üben, auch die Menschen, die der Jagd nachgehen. "Wir wissen, auch da gibt es mögliche Übertragungen, über den Hund, über die Schuhe."

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa, Frank Rumpenhorst/dpa (Bildmontage)

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