Brandanschlag auf Versorgungsleitungen? Tausende Haushalte ohne Strom

Berlin - Wegen einer mutmaßlichen Brandstiftung an einer Starkstromleitung in Berlin-Prenzlauer Berg sind in der Nacht zu Samstag etwa 15.000 Haushalte ohne Strom gewesen.

Das Feuer begann gegen 3 Uhr. Es werde geprüft, ob der für extremistische Taten zuständige Staatsschutz im Landeskriminalamt (LKA) die Ermittlungen übernimmt.
Das Feuer begann gegen 3 Uhr. Es werde geprüft, ob der für extremistische Taten zuständige Staatsschutz im Landeskriminalamt (LKA) die Ermittlungen übernimmt.  © Morris Pudwell

Eine Fußgängerbrücke über den S-Bahnring an der Dänenstraße, unter der die Leitung verläuft, stand komplett in Flammen, wie die Polizei mitteilte.

Das Feuer begann gegen 3 Uhr. Es werde geprüft, ob der für extremistische Taten zuständige Staatsschutz im Landeskriminalamt (LKA) die Ermittlungen übernimmt. Die Kriminalpolizei schloss aber auch eine unpolitische Brandstiftung oder eine fahrlässige, also versehentliche Brandstiftung, nicht aus.

Die Polizei setzte eine spezielle Aufbauorganisation ein, um die Lage in der Nacht zu beobachten, den Einsatz zu koordinieren und bei möglichen weiteren Taten schnell reagieren zu können.

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Im Twitterkanal Stromnetz Berlin hieß es zunächst in der Nacht, die Behebung des Schadens dauere bis 6 Uhr morgens. Dann wurde gemeldet, der Schaden sei beseitigt. Um 9 Uhr wurde getwittert: "Der Stromausfall in Berlin Prenzlauer Berg dauert noch an! Eine Prognose zur Wiederversorgung kann derzeit nicht getroffen werden. Wir halten euch auf dem Laufenden."

Die Feuerwehr schrieb um kurz nach 9 Uhr, der Brand sei gelöscht. "Aufgrund der Brandschäden an der Stromversorgung besteht aktuell im Bereich Gleimviertel und Helmholtzkiez für vereinzelte Haushalte Stromausfall. Schadensbehebung läuft derzeit."

Mitarbeiter des Stromnetz Berlin arbeiten an den beschädigten Stromkabeln in Berlin Prenzlauer Berg.
Mitarbeiter des Stromnetz Berlin arbeiten an den beschädigten Stromkabeln in Berlin Prenzlauer Berg.  © Fabian Sommer/dpa

Polizei vermutet Brandstiftung

Die Polizei setzte eine spezielle Aufbauorganisation ein, um die Lage in der Nacht zu beobachten, den Einsatz zu koordinieren und bei möglichen weiteren Taten schnell reagieren zu können.
Die Polizei setzte eine spezielle Aufbauorganisation ein, um die Lage in der Nacht zu beobachten, den Einsatz zu koordinieren und bei möglichen weiteren Taten schnell reagieren zu können.  © Morris Pudwell

Der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Benjamin Jendro, twitterte: "Das ist keine politische Meinungsäußerung. Wer Brandanschläge auf wichtige Bestandteile unserer Infra- und Versorgungsstruktur verübt, handelt absolut sinnfrei und greift unser demokratisches Zusammenleben an. Diese extremistischen Anschläge fordern vielleicht keine Menschenleben, sind aber dennoch ein perfider Versuch zu destabilisieren, was man nicht kleinreden sollte."

Brandanschläge auf Versorgungseinrichtungen in Berlin sind schon mehrfach vorgekommen. Die Täter waren laut Bekennerschreiben im Internet oft Linksextremisten.

Im Oktober vor einem Jahr gab es einen Brandanschlag auf Kabelverbindungen der S-Bahn nahe dem Bahnhof Frankfurter Allee in Friedrichshain. Der S-Bahn-Verkehr war lange gestört.

Titelfoto: Morris Pudwell

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