Vonovia streicht 50-Prozent-Hürde: Übernahme von Deutsche Wohnen um jeden Preis

Berlin/Bochum - Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia ist im Ringen um die Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen von seinen bisherigen Bedingungen abgerückt.

Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia hat unter anderem die Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent aus seinem Übernahmeangebot für den Konkurrenten Deutsche Wohnen gestrichen.
Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia hat unter anderem die Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent aus seinem Übernahmeangebot für den Konkurrenten Deutsche Wohnen gestrichen.  © Bernd Thissen/dpa

Vonovia habe aus seinem Übernahmeangebot unter anderem die Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent der Deutsche-Wohnen-Aktien gestrichen, teilte die Deutsche Wohnen am Montag in Berlin mit.

Es gebe für die Deutsche Wohnen keine triftigen Gründe, ihre Zustimmung zum Verzicht auf die Mindestannahmeschwelle zu verweigern, heißt es weiter.

Durch den Verzicht auf die Vollzugsbedingungen des Übernahmeangebots verlängere sich die ursprünglich am 20. September 2021 auslaufende Annahmefrist um zwei Wochen und werde nun am 4. Oktober 2021 enden.

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Damit könnten die Bochumer die Nummer zwei auf dem deutschen Wohnungsmarkt auch dann übernehmen, wenn ihm die Investoren erneut nicht die Aktienmehrheit anbieten sollten.

Vonovia hatte bisher zur Bedingung für seine Offerte gemacht, dass die Deutsche-Wohnen-Anleger mindestens mehr als 50 Prozent ihrer Aktien gegen eine Barofferte von 53 Euro pro Papier umtauschen. Das "Handelsblatt" hatte zuvor über eine möglich Streichung der Annahmeschwelle berichtet.

Vonovia bei zweitem Übernahmeangebot an 50-Prozent-Marke gescheitert

Das Logo von Deutsche Wohnen ist auf der Fensterscheibe eines Vermietungsteams in der Hufeisensiedlung in Berlin-Neukölln zu sehen. Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia will den Berliner Marktführer unbedingt übernehmen.
Das Logo von Deutsche Wohnen ist auf der Fensterscheibe eines Vermietungsteams in der Hufeisensiedlung in Berlin-Neukölln zu sehen. Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia will den Berliner Marktführer unbedingt übernehmen.  © Christoph Soeder/dpa

Vonovia teilte am späten Montagabend mit, der Konzern habe sich zum jetzigen Zeitpunkt bereits mehr als 40 Prozent der Aktien der Deutsche Wohnen gesichert.

Vonovia war im vergangenen Monat mit seinem Übernahmeangebot für die Deutsche Wohnen knapp an der Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent gescheitert. Der Konzern bekam nur 47,62 Prozent der Aktien der Deutsche Wohnen angeboten.

Vorstandschef Rolf Buch hatte damals Hedgefonds für das Scheitern der Milliardentransaktion verantwortlich gemacht. Für den neuen Anlauf erhöhte er das Angebot um einen Euro auf 53 Euro je Aktie.

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Vonovia besitzt in Deutschland, Österreich und Schweden rund 414.000 Wohnungen. Die Deutsche Wohnen ist der größte Privatvermieter in der Hauptstadt: Rund 114.000 der insgesamt mehr als 155.000 Wohnungen stehen im Großraum Berlin.

Titelfoto: Bernd Thissen/dpa

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