Wegen Corona: Häusliche Gewalt in Berlin leicht gestiegen!

Berlin - Der Anstieg der häuslichen Gewalt ist ein hoch diskutiertes Begleitsymptom der Corona-Pandemie. Neue Zahlen des Senats belegen nun das Ausmaß der Gewalt.

Ein als Silhouette abgebildeter Mann droht einer Frau mit der Faust. Im Corona-Jahr 2020 hat die häusliche Gewalt in Berlin leicht zugenommen. (Symbolfoto)
Ein als Silhouette abgebildeter Mann droht einer Frau mit der Faust. Im Corona-Jahr 2020 hat die häusliche Gewalt in Berlin leicht zugenommen. (Symbolfoto)  © Jan-Philipp Strobel/dpa

Im Corona-Jahr 2020 hat die häusliche Gewalt in Berlin leicht zugenommen. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine parlamentarische Anfrage des Grünen-Abgeordneten Benedikt Lux (39) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Demnach sind in diesem Jahr bislang 14.051 Fälle von innerfamiliärer und partnerschaftlicher Gewalt von der Polizei registriert worden (Stand 30. November 2020) - 351 Fälle oder 2,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Den höchsten Anstieg (plus 6,4 Prozent) gab es in dem Zeitraum vor dem ersten Lockdown und im Sommer nach der ersten Lockerung (plus 2,2 Prozent). Zunächst hatte der Tagesspiegel darüber berichtet.

In 9255 Fällen richtete sich laut der Senatsstatistik die Gewalt gegen Frauen (plus 1,6 Prozent); in 3374 Fällen gegen Männer (plus 6,1 Prozent). Die Zahl der angezeigten Fälle von Gewalt gegen Kinder ging um 4,6 Prozent zurück auf 1057 Fälle.

Familienministerin Franziska Giffey warnt vor einer Zunahme familiärer Gewalt an Weihnachten

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (42, SPD) warnt vor einer Zunahme familiärer Gewalt an Weihnachten.
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (42, SPD) warnt vor einer Zunahme familiärer Gewalt an Weihnachten.  © Kay Nietfeld/dpa

Bereits im Sommer hatte die Gewaltschutzambulanz von einem deutlichen Anstieg der Gewalttaten zu Hause berichtet. Im Juni 2020 hatte die Charité-Stelle eigenen Angaben zufolge einen Anstieg von 30 Prozent der Fälle im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnet.

Die Zahl der Kindesmisshandlungen sei im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um gut ein Fünftel gestiegen.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (42, SPD) warnte nun vor einer Zunahme familiärer Gewalt an Weihnachten. "Die familiäre Gewalt nimmt jedes Jahr an Feiertagen wie Ostern oder Weihnachten zu. In diesem Corona-Jahr ist die Gefahr besonders groß", sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

"Die Nerven sind eh schon angespannt, dazu vielleicht Frust, es gibt eine Menge Einschränkungen. Dann noch Existenzsorgen - viele wissen nicht, wie es bei ihnen im nächsten Jahr weitergeht", sagte die SPD-Politikerin. Da könne sich "manches entladen".

Giffey warb deshalb für das Hilfetelefon ihres Ministeriums gegen Gewalt. Dieses sei seit Anfang der Pandemie personell und finanziell verstärkt worden. "Rufen Sie an, wenn es Probleme gibt. Lassen Sie sich helfen."

Titelfoto: Jan-Philipp Strobel/dpa

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