Wowereit kritisiert Wohnungsdeal des Senats: "Halte Kauf für nicht richtig"

Berlin - Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (67, SPD) hat das milliardenschwere Geschäft zur Kommunalisierung von Wohnungen in Berlin kritisiert.

Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (67, SPD) hat in einem Interview den Berliner Milliarden-Deal mit Vonovia und Deutsche Wohnen kritisiert.
Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (67, SPD) hat in einem Interview den Berliner Milliarden-Deal mit Vonovia und Deutsche Wohnen kritisiert.  © Gerald Matzka/dpa-Zentralbild/dpa

Die Milliarden sollten seiner Meinung nach lieber in den Wohnungsbau fließen - daher halte er "diesen Kauf für nicht richtig", sagte der 67-Jährige dem "Tagesspiegel" am Samstag.

Drei landeseigene Gesellschaften kaufen den Konzernen Vonovia und Deutsche Wohnen 14.750 Wohnungen sowie 450 Gewerbeeinheiten ab und zahlen dafür 2,46 Milliarden Euro. Das gaben alle Beteiligten am Freitag bekannt.

Zu Zustand und Alter der Quartiere hieß es, manche stammten aus den 70er oder 80er Jahren, andere seien erst vor wenigen Jahren gebaut worden. Teils seien sie saniert, teils aber auch - wie in den 70er und 80er Jahren üblich - Asbestplatten im Bodenbelag verbaut.

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Die kommunalen Gesellschaften bezifferten die zusätzlichen Investitionen, die sie in den kommenden Jahren für Sanierung oder technische Instandsetzung in die Hand nehmen wollen, auf rund 380 Millionen Euro.

Klaus Wowereit: "Heute würden wir die GSW nicht mehr verkaufen"

Der Eingang zum GSW-Gebäude in Berlin-Mitte, aufgenommen im August 2013. Das landeseigene Immobilienunternehmen wurde im selben Jahr an Deutsche Wohnen verkauft. (Archivfoto)
Der Eingang zum GSW-Gebäude in Berlin-Mitte, aufgenommen im August 2013. Das landeseigene Immobilienunternehmen wurde im selben Jahr an Deutsche Wohnen verkauft. (Archivfoto)  © Kay Nietfeld/dpa

Ein Teil der Wohnungen war schon einmal in kommunaler Hand. Vor ein bis zwei Jahrzehnten hatte Berlin um die 200.000 Wohnungen zu vergleichsweise niedrigen Preisen abgestoßen - was heute allgemein als Fehler gewertet wird.

Den damaligen Verkauf der Wohnungen für einen Bruchteil der nun fälligen Milliarden rechtfertigte Wowereit mit den Worten: "Das waren andere Zeiten. Es gab 150.000 leer stehende Wohnungen in Berlin, wir hatten einen Anteil an öffentlichen Wohnungen von 25 Prozent."

Einen so hohen Anteil städtischer Wohnungen finde man nirgendwo mehr. "Heute würden wir die GSW nicht mehr verkaufen. Aber dass es so viel Zuzug nach Berlin geben wird, war damals nicht abzusehen", wie der Tagesspiegel Wowereit zitiert.

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Wowereit war von 2001 bis 2014 Regierender Bürgermeister von Berlin und von 2009 bis 2013 einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD.

Titelfoto: Gerald Matzka/dpa-Zentralbild/dpa

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