Zahlreiche Einsätze gegen kriminelle Clans: "Respekt kehrt zurück"

Berlin - Kampf der Clan-Kriminalität: Im Herbst 2018 stellten Senat und Polizei einen Fünf-Punkte-Plan gegen die organisierte Kriminalität von Mitgliedern arabischer Großfamilien vor. Ein konzentriertes Vorgehen verschiedener Behörden sollte ihnen das Leben schwer machen. Gewonnen ist noch lange nichts.

Nach Einschätzung von Berlins Innensenator Andreas Geisel (54, SPD) hat der Staat durch das konzentrierte Vorgehen gegen die organisierte Kriminalität seine Autorität zurückgewonnen.
Nach Einschätzung von Berlins Innensenator Andreas Geisel (54, SPD) hat der Staat durch das konzentrierte Vorgehen gegen die organisierte Kriminalität seine Autorität zurückgewonnen.  © Wolfgang Kumm/dpa

Allerdings hat der Staat nach Einschätzung von Innensenator Andreas Geisel (54, SPD) seine Autorität zurückgewonnen.

"Die Polizisten vor Ort sagen: Der Respekt kehrt zurück", betonte Geisel im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

"Vorher sind sie ausgelacht worden. Und wenn zwei Mitarbeiter der Gewerbeaufsicht eine Bar kontrollieren wollten, sind sie nicht eingelassen worden. Jetzt kommen wir mit einer entsprechenden Größenordnung, gehen rein, beschlagnahmen und setzen die organisierte Kriminalität entsprechend unter Druck."

Die Bilanz 2020 weist Geisel zufolge bis zum 30. November 227 Einsätze der Polizei gegen kriminelle Mitglieder arabischer Clans auf - 2019 waren es 382 Einsätze.

Davon seien 67 zusammen mit anderen Behörden wie Ordnungsämtern, Gewerbeaufsicht und Finanzämtern erfolgt.

Beschlagnahmung von 77 Häusern und Wohnungen der bisher erfolgreichste Schritt

Nach einer Razzia führen Polizeibeamte einen Verdächtigen aus dem Clan-Milieu ab. (Symbolfoto)
Nach einer Razzia führen Polizeibeamte einen Verdächtigen aus dem Clan-Milieu ab. (Symbolfoto)  © Paul Zinken/dpa

Der Innensenator bekräftigte: "An der Stelle setzt der Staat seine Regeln durch. Wir machen deutlich: Wir meinen es ernst."

Allerdings gebe es diese Intensität der Maßnahmen erst seit zwei Jahren. Das Ganze sei aber über Jahrzehnte entstanden.

"Würden wir aufhören, kehrt das sofort zurück. Wir haben noch nicht gewonnen. Wir haben uns aber auf den Weg gemacht und werden ihn weitergehen. Aber wir brauchen noch ein paar Jahre."

Die Polizei müsse der organisierten Kriminalität "da auf den Füßen stehen, wo es richtig weh tut: beim Geld", sagte Geisel.

Der erfolgreichste Schritt bisher sei die Beschlagnahmung der 77 Häuser und Wohnungen gewesen. "Auf diesem Gebiet müssen wir noch weitermachen. Alle haben gezweifelt, ob das vor den Gerichten Bestand hat. Nun hat es Bestand."

Die Zusammenarbeit mit den Finanzbehörden sei dabei sehr wichtig. "Ich bin aber nicht naiv. Es wird Rückschläge geben. Es wird ab und zu auch mal keine Verurteilung geben. Damit muss man auch umgehen. Und trotzdem durchhalten."

Titelfoto: Paul Zinken/dpa, Wolfgang Kumm/dpa (Bildmontage)

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