Berliner Corona-Ampel zeigt zweimal Rot: Maßnahmen verschärft!

Berlin - Handlungsbedarf in Berlin: Corona-Ampel steht erstmals zweifach auf Rot! Reichen die bisher ergriffenen Maßnahmen aus, um die weitere Ausbreitung einzudämmen oder sind drastischere Maßnahmen notwendig?

In Berlin besteht Handlungsbedarf: Zwei der drei Corona-Ampeln zeigen mittlerweile Rot. Besonders Hoch sind die Fallzahlen den Innenstadtbezirken, wie Mitte und Kreuzberg. (Symbolfoto)
In Berlin besteht Handlungsbedarf: Zwei der drei Corona-Ampeln zeigen mittlerweile Rot. Besonders Hoch sind die Fallzahlen den Innenstadtbezirken, wie Mitte und Kreuzberg. (Symbolfoto)  © Annette Riedl/dpa

Die Zahl der Neuinfektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl in den vergangenen sieben Tagen und die Reproduktionszahl liegen inzwischen über den als kritisch definierten Grenzwerten.

Das geht aus dem Online-Lagebericht der Gesundheitsverwaltung vom Dienstag hervor. Damit steht die Ampel nun auf Doppel-Rot. Für diesen Fall hatte der Senat vereinbart, dass die Umsetzung von Maßnahmen erforderlich wird.

Die Corona-Ampel berücksichtigt drei Indikatoren: die Reproduktionszahl (kurz R-Wert), die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen und die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten.

Für jedes Kriterium wurden Grenzwerte definiert: Werden diese mindestens drei Mal in Folge überschritten, wechselt die entsprechende Ampelfarbe auf Gelb oder Rot.

Auf Rot gesprungen ist die Ampel nun bei der Reproduktionszahl - mit einem Wert von 1,26. Das bedeutet, dass ein Infizierter mehr als einen anderen Menschen ansteckt. Um die Pandemie zu bremsen, müsste der Wert kleiner als 1 sein.

Berliner Senat will erneut über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten

Droht den Berlinern jetzt doch eine nächtliche Sperrstunde, in der Alkohol weder ausgeschenkt noch verkauft werden darf? (Symbolfoto)
Droht den Berlinern jetzt doch eine nächtliche Sperrstunde, in der Alkohol weder ausgeschenkt noch verkauft werden darf? (Symbolfoto)  © picture alliance / dpa

Bei den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen wird inzwischen ein Wert von 44,2 erreicht. In den Innenstadtbezirken sind die Werte deutlich höher als am Stadtrand, insbesondere Neukölln sticht mit 87,3 heraus.

Ab 17 Uhr wollte der rot-rot-grüne Senat nach seiner regulären Sitzung am Vormittag zum zweiten Mal am Dienstag über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur und anderer Medien stehen zunächst drei Punkte zur Diskussion: eine nächtliche Sperrstunde, in der kein Alkohol ausgeschenkt oder verkauft werden soll; Regelungen für Kontaktbeschränkungen im Freien in der Nacht; und schließlich eine neue Obergrenze von zehn Teilnehmern für Feiern in geschlossenen Räumen.

Seit dem 3. Oktober gelten bereits neue Beschränkungen. Private Feiern im Freien mit mehr als 50 Teilnehmern sind verboten. In geschlossenen Räumen gilt eine Obergrenze von 25 Teilnehmern. Neu ist auch eine Maskenpflicht in Bürogebäuden.

Update, 18.30 Uhr: Berlin beschließt Sperrstunde für Geschäfte wegen Corona

Wegen des starken Anstiegs der Corona-Infektionen müssen die meisten Geschäfte sowie alle Restaurants und Bars in Berlin künftig von 23 Uhr bis 6 Uhr schließen. Der Senat beschloss am Dienstag eine nächtliche Sperrstunde, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Koalitionskreisen erfuhr. 

Demnach sind Ausnahmen etwa für Tankstellen geplant, diese dürfen in der Nacht aber keinen Alkohol mehr verkaufen.

Update, 18.33 Uhr: Schärfere Regelungen für private Feiern in Räumen

Wegen eines starken Anstiegs der Corona-Infektionen gelten in Berlin bald neue Einschränkungen für private Feiern in geschlossenen Räumen. Künftig dürfen daran nur noch maximal 10 statt bisher 25 Personen teilnehmen. 

Das beschloss der Senat am Dienstag, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Koalitionskreisen erfuhr.

Update, 18.37 Uhr: Strengere Kontaktbeschränkungen im Freien in Berlin wegen Corona

Wegen des starken Anstiegs der Corona-Infektionen gelten in Berlin bald neue Einschränkungen für den Aufenthalt im Freien. Künftig dürfen sich von 23 Uhr bis 06 Uhr nur noch fünf Personen versammeln. 

Das beschloss der Senat am Dienstag, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Koalitionskreisen erfuhr.

Die Maßnahmen zielen vor allem auf private Feiern und illegale Partys, die die Berliner Behörden als Treiber des Infektionsgeschehens sehen.  Sie sollen ab Samstag gelten - und sind zunächst bis 31. Oktober befristet.

Erst seit vergangenem Samstag gelten in Berlin neue Beschränkungen, die der Senat in der Vorwoche beschlossen hatte: Private Feiern im Freien mit mehr als 50 Teilnehmern sind seitdem verboten.

In geschlossenen Räumen gilt eine Obergrenze von 25 Teilnehmern. Neu ist auch eine Maskenpflicht in Bürogebäuden.

Titelfoto: Annette Riedl/dpa

Mehr zum Thema Berlin:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0