Großes Glück in kleinen Gärten trotz Ausgangs- und Kontaktsperre!

Chemnitz - Den Frühling genießen, tätig sein, spielen, ein freundlicher Schwatz in Rufweite mit Bekannten - wer jetzt raus auf die eigene Scholle kann, ist froh.

Matthias Lehmann (59) ist mit Obstbäumen und Saatgut auf dem Weg in seinen Garten.  
Matthias Lehmann (59) ist mit Obstbäumen und Saatgut auf dem Weg in seinen Garten.  © Kristin Schmidt

Rund 15.000 Chemnitzer Kleingärten werden zum grünen Balsam für die Seele. Für Pächter, die harken und pflanzen, aber auch für Spaziergänger, die sich über den Anblick freuen.

Im "Schreberhain" an der Reichenhainer Straße will Matthias Lehmann (59) einen Pfirsich- und einen Aprikosenbaum pflanzen: "Das ist viel besser, als den ganzen Tag zu Hause zu sitzen. Meine Frau und ich sind sehr froh, dass wir den Garten haben. Hierhin können wir auch im Urlaub ausweichen. Unsere geplante Reise nach Polen mussten wir absagen."

Andreas Bauer (41) bereitet mit Sohn Finn (8) die Beete vor: "Wegen eines Arbeitsunfalls mache ich gerade eine Umschulung, doch die fällt nun aus. Spielplätze sind zu. Da ist der Garten eine gute Alternative für uns beide." 

Kleingärtner Jürgen Richter (65) werkelt am Zaun: "Ich war mir erst nicht sicher, ob das illegal ist oder ob man hier sein darf. Aber ich musste einfach mal raus. Wir wollen bald Kartoffeln, Gemüse und Blumen anbauen."

Auch für Anwohner wird der Spaziergang zwischen den Parzellen zur willkommenen Abwechslung. Elke (68) und Bernd Albrecht (79) schlenderten selig in der Sonne: "Die Frühblüher, das frische Grün und bunte Ostereier an den Sträuchern zu sehen, tut gerade einfach nur gut." 

Elke (68) und Bernd Albrecht (79) genießen den Spaziergang zwischen den Parzellen.  
Elke (68) und Bernd Albrecht (79) genießen den Spaziergang zwischen den Parzellen.  © Kristin Schmidt
Jürgen Richter (65) werkelt in der Kleingartensparte "Schreberhain" an seinem Zaun.  
Jürgen Richter (65) werkelt in der Kleingartensparte "Schreberhain" an seinem Zaun.  © Kristin Schmidt
Finn (8) hilft Papa Andreas Bauer (41) beim Häckeln der Beete. Das ist laut Allgemeinverfügung erlaubt: „Sport und Bewegung an der frischen Luft im Umfeld des Wohnbereichs sowie Besuch des eigenen Kleingartens im Sinne des Bundeskleingartengesetzes ...“  
Finn (8) hilft Papa Andreas Bauer (41) beim Häckeln der Beete. Das ist laut Allgemeinverfügung erlaubt: „Sport und Bewegung an der frischen Luft im Umfeld des Wohnbereichs sowie Besuch des eigenen Kleingartens im Sinne des Bundeskleingartengesetzes ...“  © Kristin Schmidt

Hier gibt's jetzt noch Pflanzen und Saatgut

Bei Gärtner Frank Zülchner (59) gibt es selbst gezogene Frühblüher.  
Bei Gärtner Frank Zülchner (59) gibt es selbst gezogene Frühblüher.  © Sven Gleisberg

Gartenmärkte mussten schließen - Jungpflanzen, Saatgut, Frühblüher und Obstbäume gibt es trotzdem. Gärtnereien und Baumschulen, die selbst produzieren, dürfen als Direktvermarkter weiterhin verkaufen.

So gibt es bei der Gärtnerei Zülchner in Limbach-Oberfrohna bunte Frühlingsboten, die im eigenen Gewächshaus gezogen wurden. 

Inhaber Frank Zülchner (59): "Wir haben alles, was demnächst ins Beet muss: junge Gemüsepflanzen, Blumen, Kräuter." 

Der Gartenfachmarkt Richter bietet in Chemnitz einen Abhol- und Lieferdienst an. Andreas Richter (55): "Kleingartensparten können bei uns Sammelbestellungen über Pflanzen, Bäume, Dünger und Erde aufgeben. Wir liefern direkt zur Sparte." 

Über die Bestell-Hotline 0371/2 39 31 00 können sich auch Privatkunden die grüne Ware innerhalb des Stadtgebietes für acht Euro Gebühr anliefern lassen oder direkt im Markt abholen. 

Andreas Richter musste die Gartenabteilung seines Fachmarktes schließen - nimmt aber Bestellungen entgegen.  
Andreas Richter musste die Gartenabteilung seines Fachmarktes schließen - nimmt aber Bestellungen entgegen.  © Kristin Schmidt
Phillip Heinze (30) fährt bestellte Primel zu den Kunden.  
Phillip Heinze (30) fährt bestellte Primel zu den Kunden.  © Kristin Schmidt

Die Bestellungen werden auf Einkaufswagen vorbereitet und stehen zu den Öffnungszeiten bereit.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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