Chemnitzer Hardrock-Lady träumt in Neuseeland von Rückflug nach Deutschland

Von Thomas Gillmeister

Christchurch/Chemnitz - Als AC/DC-Fan und Leadgitarristin hat sie starke Nerven: Alexa Tannert (23) alias „Little Miss Angus“. Doch der Traumurlaub in Neuseeland wird für die Musikerin immer mehr zur Geduldsprobe. Täglich hofft sie, so wie 12.000 andere Deutsche in Neuseeland, auf den Flug in die Heimat.

Als "Little Miss Angus" rockt Alexa auf der Bühne, eine Anspielung an AC/DC-Gitarrist Angus Young (65).
Als "Little Miss Angus" rockt Alexa auf der Bühne, eine Anspielung an AC/DC-Gitarrist Angus Young (65).  © Olli Barthel

Die Vollblutmusikerin war für vier Wochen nach Neuseeland aufgebrochen. Sie mietete sich in Auckland ein Auto und erkundete das Land auf eigene Faust. 

„Die Landschaft hier ist wirklich atemberaubend“, schwärmt sie. Unterwegs im Autoradio hörte sie natürlich AC/DC – die Band, die ihr Leben prägt. 

Denn Alexa spielt seit über zehn Jahren auf der Gitarre die Hits der Hardrocker und lässt so den Mythos AC/DC aufleben. 

Unter ihrem Künstlernamen „Little Miss Angus“ ist sie europaweit Gast auf AC/DC-Fantreffen und Rockfestivals. Derzeit spielt sie in der Coverband „Black Ice Berlin“.

In Neuseeland begab sich die gebürtige Chemnitzerin nicht nur auf die Herr-der-Ringe-Spuren, sondern kaufte sich dort sogar eine Gitarre, um unterwegs spielen und üben zu können. 

Wechselbad der Gefühle

Auch ein Hubschrauberflug gehörte zum Neuseelandurlaub dazu. Doch wann kommt der Heimflug?
Auch ein Hubschrauberflug gehörte zum Neuseelandurlaub dazu. Doch wann kommt der Heimflug?  © privat

Eigentlich wollte sie am 27. März wieder zurück in Sachsen sein. Nun hängt sie seit über einer Woche in Christchurch auf der Südinsel fest. Glück im Unglück: „Ich fand ein kleines nettes Motel, das noch geöffnet hat“. 

Sie weiß, dass viele andere Deutsche dagegen sogar im Freien übernachten müssen, weil die meisten Hotels und Herbergen inzwischen geschlossen haben. Bei einstelligen Temperaturen in der Nacht wahrlich kein Vergnügen.

Alexa hat sich im Motel „Cherry Tree“ eingerichtet und kämpft seitdem von dort aus für ihre Rückreise ins rund 18.000 Kilometer entfernte Deutschland. 

Die Musikerin trug sich in die Krisenlisten vom Auswärtigen Amt und vom Rückholprogramm der Bundesregierung ein und unterschrieb Petitionen. 

Das Wechselbad der Gefühle zwischen Hoffen und Bangen erträgt sie nur, "weil ich hier beim Gitarrenspielen auch mal auf andere Gedanken komme“, erzählt die Musik-Management-Studentin.

Alexa Tannert fand Unterschlupf in einem kleinen Hostel in Christchurch, der größten Stadt auf Neuseelands Südinsel.
Alexa Tannert fand Unterschlupf in einem kleinen Hostel in Christchurch, der größten Stadt auf Neuseelands Südinsel.  © privat

Anfang Mai wird Alexa 24 Jahre alt. Ihr schönstes vorgezogenes Geburtstagsgeschenk wäre ein Rückflug in die Heimat.

Kontakt: little-miss-angus.com

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Titelfoto: privat/Olli Barthel

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