US-Militär-Konvois rollen über Sachsens Autobahnen  

Frankenberg/Sachsen - Achtung, überlange Lkw-Konvois bei Nacht! Vorfahrt gewähren, nicht trennen und zügig überholen! 

Die Wettiner Kaserne in Frankenberg ist Etappenziel. Im Rastraum können die GIs für eine Stunde ein Coffee-Break einlegen.
Die Wettiner Kaserne in Frankenberg ist Etappenziel. Im Rastraum können die GIs für eine Stunde ein Coffee-Break einlegen.  © Bundeswehr/Andre Klimke

Vom 16. März bis Ende April wird der Freistaat zwischen 22 und 6 Uhr zur Militär-Durchgangsstation. Für die NATO-Großübung "Defender-Europe 20" in Nordost-Europa rollen dann bis zu 1,5 Kilometer lange Stahl-Kolonnen mit 60 Stundenkilometern über A72, A4, B115 und B156 Richtung Görlitz. 

Die Wettiner Kaserne Frankenberg wird Rast- und Tankstelle. Bei Weißwasser entsteht ein Nachtlager für 350 US-Soldaten.

"Der Friede in Europa fällt nicht vom Himmel. Deutsche und sächsische Beiträge in EU und NATO sind wichtig", wirbt Ministerpräsident Michael Kretschmer (44, CDU) um Verständnis. 

"Die Übung ist notwendig, die Politik steht dazu. 'Defender' ist nicht gegen Russland gerichtet. Es gibt auch andere Meinungen, aber die Debatte sollte sachlich und ideologiefrei sein."

Die lettische Botschafterin Inga Skujina fordert: "Nach Georgien-Krieg, Krim-Annexion und Ostukraine-Krieg braucht das Baltikum Stabilität. Wir müssen uns mental und physisch verteidigen können." "Defender-Europe 20" mit 37.000 Soldaten aus 18 Nationen, 33.000 Fahrzeugen und 450 Panzern soll zeigen, wie schnell die NATO im Krisenfall reagieren kann. 

Die mit 20.000 US-Soldaten größte Truppenverlegung nach Europa seit 25 Jahren kostet ungefähr 340 Millionen US-Dollar, die Bundeswehr zahlt mindestens 2,5 Millionen Euro.

US-Stabs-Chef Hartmut Renk bleibt cool: "Sie werden nichts mitbekommen. Panzer kommen auf die Schiene, die Container sehen normal aus. Corona und Schweinepest sind kein Problem, denn die Fahrzeuge werden desinfiziert. Nach den Übungen Ende Juli wird kein Material zurückbleiben, sondern in Depots geschafft."

Welcome to Good Old Europe! Ein Offizier zeigt den Alliierten den Weg. Die haben eigenen, billigen Sprit zum Tanken schon dabei.
Welcome to Good Old Europe! Ein Offizier zeigt den Alliierten den Weg. Die haben eigenen, billigen Sprit zum Tanken schon dabei.  © Bundeswehr/Andre Klimke
Militärs und Zivilisten unter sich: Hartmut Renk (57, US Army Europe), Jürgen Weigt (62, Bundeswehr), Timothy Eydelnant (46, US-Generalkonsul) und Ministerpräsident Michael Kretschmer (44, CDU).
Militärs und Zivilisten unter sich: Hartmut Renk (57, US Army Europe), Jürgen Weigt (62, Bundeswehr), Timothy Eydelnant (46, US-Generalkonsul) und Ministerpräsident Michael Kretschmer (44, CDU).  © Kristin Schmidt
Greifbare Geschenke erhalten die deutsch-amerikanische Freundschaft: ein metallenes Badge der US-Armee.
Greifbare Geschenke erhalten die deutsch-amerikanische Freundschaft: ein metallenes Badge der US-Armee.  © Kristin Schmidt

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