Alle wollen frische Haare: Termin-Ansturm auf Sachsens Friseure

Chemnitz/Dresden - Sachsens Friseure bereiten sich auf einen Ansturm ab 1. März vor. An einen Termin kommen Kunden auf ganz unterschiedliche Weise. Und vermutlich leichter als beim Corona-Impfen.

Friseurmeisterin Jana Füssel (45) freut sich schon auf die ersten Kunden.
Friseurmeisterin Jana Füssel (45) freut sich schon auf die ersten Kunden.  © Steffen Füssel

Nach der neuen Corona-Verordnung sollen die Friseurgeschäfte mit Hygieneauflagen in zwei Wochen wieder öffnen dürfen.

"Die Vorbereitung läuft auf Hochtouren, seit Donnerstag werden bei uns schon Termine vergeben", sagte der Chemnitzer Innungsobermeister Jörn Lüdecke (38).

Die Kollegen würden dafür die ganze Bandbreite an Möglichkeiten nutzen - von Social Media über Bestellungen per E-Mail oder direkt im Geschäft bei Mitarbeitern am Telefon.

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Chemnitz Florentina (14) aus Hainichen ist wieder da

Um den befürchteten Run zu kanalisieren, könnten die Kunden in einigen Läden auch mit erweiterten Öffnungszeiten rechnen.

Jana Füssel (45) hat ihre Angestellten bereits darauf eingestellt. Seit sie am Donnerstag die Rufumleitung für ihren Friseursalon in Dresden-Löbtau eingerichtet hat, steht das Telefon nicht mehr still.

"In den ersten beiden Wochen werden wir ganz bestimmt länger öffnen. Und zwar täglich." Wie lange, richte sich nach dem Bedarf. Öffnungszeiten bis maximal 22 Uhr sind erlaubt.

Ihr Friseursalon hat den Lockdown überlebt. Das gilt nicht für alle Salons. Das Handwerk sei durch die mehr als zweimonatige Zwangspause in einer sehr schwierigen Situation, so Jörn Lüdecke.

Auftragsbuch voll, Telefon steht nicht still: Jana wird gut zu tun haben, wenn ihr Salon am 1. März wieder öffnet.
Auftragsbuch voll, Telefon steht nicht still: Jana wird gut zu tun haben, wenn ihr Salon am 1. März wieder öffnet.  © Steffen Füssel
Sachsens "oberster Friseur": Jörn Lüdecke (36) aus Chemnitz.
Sachsens "oberster Friseur": Jörn Lüdecke (36) aus Chemnitz.  © Maik Börner

Da die Überbrückungshilfe III erst jetzt beantragt werden könne, seien bei vielen Kollegen die Kassen leer und die Reserven aufgebraucht. In Einzelfällen müsse man damit rechnen, dass Geschäfte das nicht überstehen und den Betrieb einstellen.

Titelfoto: Steffen Füssel

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