Baukosten-Explosion! Chemnitzer Projekte müssen auf den Prüfstand

Chemnitz - Kann sich Chemnitz weitere Baustellen leisten? Die Preisexplosion bei Materialien wie Holz und Stahl machen der Stadtverwaltung zu schaffen. Nun kommen fest eingeplante Vorhaben noch einmal auf den Prüfstand.

Schulneubau am Hartmannplatz: Preisexplosionen und Lieferengpässe auf dem Materialienmarkt machen nicht nur diesem städtischen Bauprojekt zu schaffen.
Schulneubau am Hartmannplatz: Preisexplosionen und Lieferengpässe auf dem Materialienmarkt machen nicht nur diesem städtischen Bauprojekt zu schaffen.  © Ralph Kunz

Insbesondere durch die Holzaufkäufe von China und Kanada sei der Markt wie leergefegt, erklärt eine Sprecherin der Stadt. Die Folge: "Zögerliche, verspätete oder gar ausbleibende Rohstofflieferungen bei steigenden Preisen sind an der Tagesordnung."

Die Prognose der Stadt für Bauvorhaben ist entsprechend düster: "Allein aus der Baustoffbeschaffung wird sich eine durchschnittliche Preissteigerung von circa 30 Prozent entwickeln."

Doch was bedeutet das? Laut Stadtrat Dietmar Berger (70, Linke) müsse man nun besprechen, welche Vorhaben noch warten und wie weitere Mittel generiert werden können.

Chemnitz: Coronavirus in Chemnitz: Inzidenz leicht gestiegen
Chemnitz Lokal Coronavirus in Chemnitz: Inzidenz leicht gestiegen

CDU-Fraktions-Chef Tino Fritzsche (58) erzählt, dass eine Anfrage an das Baudezernat zur Kostenexplosion bisher unbeantwortet geblieben sei: "Hier erwarten wir eine zeitnahe Rückmeldung, damit wir im Stadtrat und in den Fachausschüssen reagieren können."

Auch wenn die Zukunft ungewiss sei, rechne Fritzsche nicht damit, dass sich die "großen Baumaßnahmen", die Chemnitz plant, verzögern.

Was tun? CDU-Fraktions-Chef Tino Fritzsche (58) fordert Antworten vom Baudezernat.
Was tun? CDU-Fraktions-Chef Tino Fritzsche (58) fordert Antworten vom Baudezernat.  © Kristin Schmidt
Damit es auf den Chemnitzer Baustellen weitergeht (hier die Oberschule am Hartmannplatz), muss die Stadt tiefer in die Tasche greifen als geplant.
Damit es auf den Chemnitzer Baustellen weitergeht (hier die Oberschule am Hartmannplatz), muss die Stadt tiefer in die Tasche greifen als geplant.  © Uwe Meinhold

Bereits laufende Baumaßnahmen, wie die Oberschule am Hartmannplatz und die Straßenerneuerung in der Nähe des Tietz, werden nicht auf Eis gelegt.

Titelfoto: Uwe Meinhold, Kristin Schmidt

Mehr zum Thema Chemnitz: