Chemnitz: Bürgerinitiative will Holzheizkraftwerk stoppen

Chemnitz - Widerstand gegen das geplante Holzheizkraftwerk in Chemnitz-Siegmar: Am Samstag, 11 Uhr, gründet sich die Bürgerinitiative (TAG24 berichtete). 

Noch ist es hier grün, bald eher braun: An der Mauersbergerstraße möchte Eins Energie das Holzheizkraftwerk bauen.
Noch ist es hier grün, bald eher braun: An der Mauersbergerstraße möchte Eins Energie das Holzheizkraftwerk bauen.  © Maik Börner

Sprecher Gert Rehn (75) gibt die Richtung vor: "Wir wollen dieses ungesunde Projekt verhindern!"

Eins Energie möchte 2021 an der Mauersbergerstraße ein Holzheizkraftwerk bauen, dort jährlich 80. 000 Tonnen Holz verbrennen, um zehn bis 15 Megawatt Wärme zu erzeugen. 

Experten bezweifeln die Umweltfreundlichkeit der Holzverbrennung. Die Doktorandin Sarah Deterling (25) schrieb an der Westsächsischen Hochschule (WHZ) eine Studie zum Chemnitzer Projekt. 

Sie errechnet eine Schadstoffbelastung von 7 000 Tonnen CO2, vier Tonnen Feinstaub, 155 Tonnen Stickoxid und 158 Tonnen CO pro Jahr. Sarah Deterling wird ihre Studie der Bürgerinitiative vorstellen - am Samstag auf dem Sportplatz des CSV Siegmar (Jagdschänkenstraße).

Unterstützung bekommen die Bürger durch die Grünen. Stadtrat Bernhard Herrmann (54): "Ich will diese massive Holzverbrennung verhindern." 

Nein zum Kraftwerk sagen auch die Klimagruppen "Fridays For Future" und "Parents For Future". 

Das Holzkraftwerk in Zwickau: Bisher gab es im Umfeld keine Schadstoffmessungen.
Das Holzkraftwerk in Zwickau: Bisher gab es im Umfeld keine Schadstoffmessungen.  © ZEV-Energie
Sarah Deterling (25) wird ihre WHZ-Kraftwerksstudie der Bürgerinitiative vorstellen.
Sarah Deterling (25) wird ihre WHZ-Kraftwerksstudie der Bürgerinitiative vorstellen.  © Ralph Köhler/Pro Picture
Gert Rehn (75) will das Holzheizkraftwerk mit einer Bürgerinitiative verhindern.
Gert Rehn (75) will das Holzheizkraftwerk mit einer Bürgerinitiative verhindern.  © Ralph Kunz

Sebastian Wittig (40): "Holzverbrennung ist eine klimapolitische Sackgasse."Die Zwickauer Energieversorgung, die ein Holzheizkraftwerk betreibt, räumt ein: "Wir halten uns an die gesetzlichen Grenzwerte. Aber die Luft in der Umgebung haben wir nie gemessen." 

Titelfoto: ZEV-Energie, Ralph Kunz

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