100 Mio. Euro Sanierungsstau: 38 Baustellen in Chemnitz sind nicht genug

Chemnitz - Autofahren in Chemnitz macht aktuell keinen Spaß: 38 Baustellen mit Ampeln, Sperrungen und Einbahnstraßen sorgen täglich für Chaos vom Zentrum bis in die Ortsteile. 19 Baustellen dienen allein der Sanierung von Straßen, Gleisen oder Kanälen, Hunderte Kilometer müssten noch saniert werden.

Fahrbahnsanierung in der Stollberger Straße: 38 Baustellen legen aktuell den Verkehr lahm.
Fahrbahnsanierung in der Stollberger Straße: 38 Baustellen legen aktuell den Verkehr lahm.  © Ralph Kunz

CDU-Oberbürgermeister-Kandidatin Almut Patt (51) sagt: "Die Stadt kümmert sich nicht um die Infrastruktur. Viele Straßen sehen aus wie Rumpelwege, Flicken sind nicht ordentlich gemacht und dann werden neue Straßen wieder aufgerissen, weil die nächste Baustelle folgt."

Der Investitionsrückstau im Straßen- und Brückennetz summiert sich auf "weit mehr als 100 Millionen Euro", schimpft Grünen-Ratsherr Bernhard Herrmann (54). Und jedes Jahr wird die Lücke größer. 

Aktuell steckt die Verwaltung jährlich 4,5 Millionen Euro in die Straßensanierung, acht Millionen wären nötig. In früheren Jahren betrug der zusätzliche Rückstau sogar bis zu sechs Millionen Euro.

Für Almut Patt sind die Holperstraßen "versteckte Schulden, weil die Stadt weiter auf Verschleiß fährt, wo sie längst hätte sanieren müssen". 

Sperrungen, Umleitungen und Einbahnstraßen, wohin man auch schaut in Chemnitz.
Sperrungen, Umleitungen und Einbahnstraßen, wohin man auch schaut in Chemnitz.  © Ralph Kunz
Stadträtin Almut Patt (51, CDU) fordert eine Sanierung der Infrastruktur in der Stadt.
Stadträtin Almut Patt (51, CDU) fordert eine Sanierung der Infrastruktur in der Stadt.  © Kristin Schmidt

Mit fatalen Folgen, weiß die Ratsfrau. "Die Brücke in der Erzbergerstraße blieb so lange unsaniert, bis sie abgerissen werden musste."

Titelfoto: Ralph Kunz

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