Was wird jetzt aus dem Botanischen Garten? Stadträte fordern ein Zukunfts-Konzept

Chemnitz - Eine Zukunft für den Botanischen Garten in Chemnitz wünschen sich CDU, Linke, Grüne, SPD und FDP - und fordern die Verwaltung im gemeinsamen Antrag auf, endlich ein Konzept im Stadtrat vorzulegen.

Seit Anfang November ist der Botanische Garten aufgrund der Corona-Pandemie für Besucher geschlossen.
Seit Anfang November ist der Botanische Garten aufgrund der Corona-Pandemie für Besucher geschlossen.  © Uwe Meinhold

"Der Garten soll den Chemnitzern die Natur näherbringen", fordert CDU-Ratsfrau Solveig Kempe (40).

Seit Jahren dümpelt die Anlage an der Leipziger Straße vor sich hin. Die Gebäude werden nicht besser, das 2002 gebaute Tropenhaus ist in einem desolaten Zustand.

Die Wege sind Stolperfallen - "bei Regen fällt man leicht in den Matsch", sagt Solveig Kempe.

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Personell sieht es nicht besser aus. Von ehemals zehn Zivis blieben nur drei FÖJler übrig. Im Schulbiologiezentrum sprangen zwei von drei Lehrern ab.

Dazu kommen vier Azubis und drei Praktikanten. Dabei lobt sich die Stadt selbst auf der Website: "Der Botanische Garten ist in dieser Form einmalig in Deutschland."

2018 forderte der Stadtrat die Verwaltung auf, die Umsetzung der bisherigen Zielvorgaben zu überprüfen.

Jetzt reißt den fünf Parteien der Geduldsfaden. Der Stadtrat soll im Februar beschließen, dass die Verwaltung bis zum Frühjahr ein Konzept zur baulichen Entwicklung, zu Potenzial und Defiziten, Personal und Kosten vorlegt.

Stadträtin Solveig Kempe (40, CDU) fordert eine Aufwertung des Botanischen Gartens.
Stadträtin Solveig Kempe (40, CDU) fordert eine Aufwertung des Botanischen Gartens.  © Uwe Meinhold

Solveig Kempe wünscht sich vor allem einen Sozialpädagogen für das Schulbiologiezentrum, um den Bildungsauftrag zu stärken und dem Botanischen Garten eine Aufgabe für die Zukunft zu geben. Kempe: "Das bisherige Personal macht einen sehr engagierten Job. Der Botanische Garten soll kein zweiter Tierpark werden."

Titelfoto: Uwe Meinhold

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