Steuerverschwendung? Bund der Steuerzahler nominiert Chemnitzer Kunstobjekte für Negativpreis

Chemnitz - Ist das Kunst oder kann das weg? Genau diese Frage stellte sich wohl gefühlt die Mehrheit der Chemnitzer in den vergangenen Wochen mit dem Blick auf einige seltsame Kunstobjekte.

Ein riesiges Graffito am Chemnitz Plaza - Kunst oder eine Steilvorlage für Schmierereien an Hausfassaden?
Ein riesiges Graffito am Chemnitz Plaza - Kunst oder eine Steilvorlage für Schmierereien an Hausfassaden?  © Harry Härtel

Auch in diesem Jahr vergibt der Bund der Steuerzahler wieder den Negativpreis "Schleudersachse". 

Der Verein kürt damit jedes Jahr Verschwender öffentlicher Gelder im Freistaat. 

In diesem Jahr liegt der Fokus auf sechs Chemnitzer Fällen - und die drehen sich alle um Kunstprojekte der Reihe "Gegenwarten" - damit landet der Negativpreis also definitiv in der Stadt der Moderne.

Im Wettbewerb um den Titel "Kulturhauptstadt 2025" gab es in den vergangenen Wochen viele Aktionen in Chemnitz. Etwa 20 Künstler und Kollektive zeigten unter dem Titel "Gegenwarten/Presences" Arbeiten im öffentlichen Raum.

Diese Kunstobjekte spalteten die Chemnitzer. Ob nun der versenkte Skoda im Schloßteich, das hölzerne Tor in der Brückenstraße oder das riesige Graffito am Chemnitz Plaza. 

Überwiegend kamen Stimmen auf, die die Aktionen für ziemlich unnötig hielten. Gerade das Auto, welches von der Feuerwehr im Schloßteich versenkt wurde, erhitzte die Gemüter (TAG24 berichtete).

Stimmt online ab: Welches Kunstobjekt hat den Negativpreis am meisten verdient?

Auch nominiert: Ein hölzernes Tor am Ende der Brückenstraße.
Auch nominiert: Ein hölzernes Tor am Ende der Brückenstraße.  © Kristin Schmidt

Auch der Bund der Steuerzahler schreibt zur Nominierung der Projekte: "Der Chemnitzer Kunstmäzen heißt Steuerzahler und hatte die Ehre, die Bewerbung der Stadt als 'Europäische Kulturhauptstadt 2025' finanziell begleiten zu dürfen. 600.000 Euro vom Bund, 400.000 Euro von der Stadt - bei diesem finanziellen Spielraum können die 20 Kunstschaffenden im Rahmen des Projektes 'Gegenwarten' in der Chemnitzer Innenstadt schon etwas auf die Beine stellen. Ob diese selbsterklärten ortsspezifischen Arbeiten Kunst erlebbar und sichtbar machen - da scheiden sich die Geister. Der Bund der Steuerzahler Sachsen jedenfalls hat eher die Menschen im Blick, die in der Corona-Zeit um ihr wirtschaftliches Überleben kämpfen."

Da stellt sich dem Verein und sicherlich auch vielen Chemnitzern die Frage: "Wäre der Einsatz dieser Finanzmittel an anderer Stelle nicht sinnvoller gewesen?"

Chemnitz möchte gern ein Hotspot für Kunst im öffentlichen Raum werden. Eine Fortsetzung der Reihe "Gegenwarten" für 2023 und 2025 ist schon geplant. 

Anfang November soll der "Schleudersachse 2020" gekürt werden. 

Bis Samstag könnt Ihr >>>hier abstimmen, welches der sechs Objekte Eurer Meinung nach diesen Negativpreis 2020 am meisten verdient hat.

Der versenkte Skoda im Schloßteich - Dieses Kunstprojekt erregte die Chemnitzer Gemüter.
Der versenkte Skoda im Schloßteich - Dieses Kunstprojekt erregte die Chemnitzer Gemüter.  © Harry Härtel

2019 ging der Negativpreis "Schleudersachse" an den Freistaat. Sachsen hatte rund 7,8 Millionen Euro für Aufbau, Bewachung und Kauf eines leerstehenden Containerdorfes in der Dresdner Innenstadt bezahlt.

Titelfoto: Harry Härtel

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