Callcenter-Schließung: Was wird aus den 400 Mitarbeitern?

Chemnitz - Majorel stellt noch ein, doch das Aus des Chemnitzer Callcenters ist bereits beschlossene Sache.

Im "Chemnitz Plaza" an der Zenti hat das Callcenter "Majorel" seinen Sitz.
Im "Chemnitz Plaza" an der Zenti hat das Callcenter "Majorel" seinen Sitz.  © Sven Gleisberg

Der Standort mit 400 Mitarbeitern habe seit Jahren rote Zahlen geschrieben, erklärt Unternehmenssprecherin Jana Gmelin.

Für Verdi ein Rätsel: Laut Kerstin Chagoubi (56) wisse nicht einmal der Betriebsrat um den genauen Zustand des Unternehmens. Ein Branchen- oder Management-Problem gebe es nicht, so Gmelin von Majorel. Sie spricht von Abhängigkeit von einzelnen Auftragsgebern. Verdi zufolge arbeitet der Standort Chemnitz fast ausschließlich für die Telekom.

Neben Gesprächen mit Majorel wolle die hiesige Wirtschaftsförderung CWE ihr Netzwerk nutzen, um die betroffenen Mitarbeiter an andere Chemnitzer Firmen zu vermitteln, so CWE-Chef Sören Uhle (44). 

Kerstin Chagoubi von ver.di gibt zu bedenken, dass viele ältere Menschen am Standort Chemnitz arbeiten. "Ihnen kann man eine Umqualifizierung nicht zumuten. Hier muss es um Abfindungen gehen."

CWE-Chef Sören Uhle (44) will den betroffenen Mitarbeitern helfen.
CWE-Chef Sören Uhle (44) will den betroffenen Mitarbeitern helfen.  © Kristin Schmidt

Zudem hat jeder fünfte Mitarbeiter ein Handicap. In diesen Fällen, so Uhle, wolle die CWE sich eng mit der Agentur für Arbeit abstimmen, um Förderinstrumente an die Hand zu geben. Außerdem hat Majorel Interessensausgleiche und Sozialpläne zugesagt. 

Titelfoto: Montage: Sven Gleisberg, Kristin Schmidt

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