Verwirrung um Corona-App! Chemnitzer Experte klärt auf

Chemnitz - Noch gibt es keine Corona-App - doch bereits ein Vorbote sorgt für Verwirrung. Die Bluetooth-Schnittstelle für die App landete unbemerkt auf den Handys vieler Chemnitzer. Seitdem wird die Diskussion um Datensicherheit und Überwachung auch bei uns heftig geführt. Ein Experte der Technischen Universität bringt jetzt Licht ins Dunkel des Halbwissens.

Medieninformatiker Stefan Kahl (35) von der TU Chemnitz kann die neue Handy-Schnittstelle fachlich einordnen.
Medieninformatiker Stefan Kahl (35) von der TU Chemnitz kann die neue Handy-Schnittstelle fachlich einordnen.  © Sven Gleisberg

Medieninformatiker Stefan Kahl (35) kann die Skepsis verstehen: "Es war unglücklich, dass die Schnittstelle quasi kommentarlos auftauchte. Das sorgt nicht für Vertrauen." 

Die Panik um Überwachung teilt der IT-Experte in diesem Zusammenhang trotzdem nicht: "Der öffentliche Druck, die Corona-App sicher zu gestalten, ist enorm. Der Programmcode ist öffentlich einsehbar, und diese Möglichkeit nutzen derzeit viele Entwickler. Wer Facebook auf seinem Smartphone hat, für den ist die Schnittstelle eindeutig das kleinere Problem. Es wäre gut, wenn die Diskussion dazu beiträgt, über das Handy als Datenschleuder nachzudenken." 

Stefan Kahl empfiehlt Sicherheits-Checks, die er für dringender hält: "Zum Beispiel in den Einstellungen prüfen, welche Apps die Berechtigung haben, auf Kontakte zuzugreifen."

Auch in der Verbraucherzentrale meldeten sich verunsicherte Handy-Nutzer. "Verbraucher sollten sich mit den Funktionen und Datenströmen der App genau auseinandersetzen und dann entscheiden, ob sie sie nutzen möchten", empfiehlt Verbraucherschützerin Katja Henschler (43). "Unsere Mitarbeiter informieren und beraten dazu, sobald die App veröffentlicht wird."

Die "Benachrichtigung zu möglichem Kontakt mit Covid-19-Infizierten" hielten viele Nutzer irrtümlich schon für die Corona-App.
Die "Benachrichtigung zu möglichem Kontakt mit Covid-19-Infizierten" hielten viele Nutzer irrtümlich schon für die Corona-App.  © Ralph Kunz
IT-Expertin Katja Henschler rät zur Beratung in der Verbraucherzentrale.
IT-Expertin Katja Henschler rät zur Beratung in der Verbraucherzentrale.  © Verbraucherzentrale Sachsen

"Unsere Mitarbeiter informieren und beraten dazu, sobald die App veröffentlicht wird."

Titelfoto: Sven Gleisberg/Ralph Kunz

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