Schlange stehen für die Spritze: Chemnitz plant neues Impfzentrum

Chemnitz - Seit 52 Tagen ist das Impfzentrum in der Wilhelm-Raabe-Straße geöffnet. Jetzt droht bereits wieder die Schließung. Das DRK Sachsen möchte ein größeres Impf-Haus in Chemnitz eröffnen, die Stadt sucht nach einem Standort. Derweil droht ein neuer Engpass - weil es bald "zu viel" Impfstoff gibt.

Anstehen vor dem Impfen: Augenzeugen berichten von teilweise langen Schlangen in der Wilhelm-Raabe-Straße. Natürlich unter Einhaltung des Mindestabstands.
Anstehen vor dem Impfen: Augenzeugen berichten von teilweise langen Schlangen in der Wilhelm-Raabe-Straße. Natürlich unter Einhaltung des Mindestabstands.  © Kristin Schmidt

Das Zentrum in Altchemnitz verfügt nur über vier Impfstrecken. Seit der Freigabe des AstraZeneca-Impfstoffs für jüngere Menschen explodieren die Anmeldungen.

Folge: langes Anstehen in der Wilhelm-Raabe-Straße. Ines Pillgrimm (54) war am Sonnabend mittendrin: "Ich stand eine Stunde in der Kälte. Vor und hinter mir eine lange Schlange mit älteren Menschen."

Eine Stunde Wartezeit vor der Anmeldung: "Die Rentner taten mir in der Seele leid."

Bald soll Schluss sein mit dieser Situation. Oberbürgermeister Sven Schulze (49, SPD) und Sozialbürgermeister Ralph Burghart (50, CDU) verkündeten im Ältestenrat (nichtöffentlich), dass die Stadt einen neuen Standort für ein großes Impfzentrum suche.

In vier Wochen erhält Chemnitz 235.000 Impfdosen, die in drei Monaten verimpft werden

Impfaktion des DRK Sachsen: Joachim Welsch (62) zieht eine Spritze gegen Corona auf.
Impfaktion des DRK Sachsen: Joachim Welsch (62) zieht eine Spritze gegen Corona auf.  © Uwe Meinhold

Geplant seien zehn Impfstrecken. Toni Rotter (32, Chemnitz für alle) weiß: "Das Zentrum soll zeitnah geschlossen werden. Gut so, Schlangen helfen nicht weiter."

Susanne Schaper (43, Linke) fordert, dass Land und DRK beim neuen Impfzentrum "Gas geben".

Denn: "Wir wollen, dass viele Menschen so schnell wie möglich geimpft werden." Kathleen Kuhfuß (41, Grüne) lobt die Arbeit der Stadt: "Das neue Zentrum muss auf jeden Fall zentral liegen."

Ein Piks für mehr Sicherheit: In Chemnitz planen DRK und Stadt ein neues, größeres Impfzentrum.
Ein Piks für mehr Sicherheit: In Chemnitz planen DRK und Stadt ein neues, größeres Impfzentrum.  © Uwe Meinhold

Auch der parteilose Politiker Lars Fassmann (43) fordert schnelles Handeln: "In vier Wochen erhält Chemnitz 235.000 Impfdosen. Die müssen in drei Monaten verimpft werden, bevor die nächste Lieferung kommt."

Titelfoto: Uwe Meinhold

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