Chemnitz: Streit um Besuche in Pflegeheimen

Chemnitz - Die Stadt verhängt in ihrer neuen Corona-Allgemeinverfügung ein Besuchsverbot für Alten- und Pflegeeinrichtungen. 

Grünen-Stadträtin Kathleen Kuhfuß (41) hat sich dafür eingesetzt, dass Besuche auch in der aktuellen Situation möglich bleiben.
Grünen-Stadträtin Kathleen Kuhfuß (41) hat sich dafür eingesetzt, dass Besuche auch in der aktuellen Situation möglich bleiben.  © Kristin Schmidt

Zuerst durften Besucher nur noch in Ausnahmefällen kommen. Dagegen protestierten unter anderem die Grünen. Daraufhin ermöglichte Chemnitz erneut reguläre Besuche unter strengen Auflagen. 

Doch nicht alle Einrichtungen haben ihre Türen wieder geöffnet.

"Ich bin sehr dankbar, dass Besuche wieder möglich sind", sagt Grünen-Stadträtin Kathleen Kuhfuß (41). Nach der geänderten Verordnung können Besucher kommen, wenn die Einrichtungen ein Hygienekonzept vorlegen.

Noch ist das Problem aber nicht überall gelöst. Eine Chemnitzerin (43) berichtete am Montag über die "Pro Civitate"-Seniorenresidenz in Klaffenbach: "Dort besteht ein absolutes Besuchsverbot. Mein Schwiegervater ist sehr einsam. Das Telefon ersetzt nicht den persönlichen Kontakt." 

"Pro Civitate" nahm hierzu bis zum Redaktionsschluss keine Stellung.

Viele ältere und pflegebedürftige Menschen litten während des Lockdowns unter Isolation. Die überarbeitete Verfügung der Stadt soll verhindern, dass so etwas noch mal passiert.
Viele ältere und pflegebedürftige Menschen litten während des Lockdowns unter Isolation. Die überarbeitete Verfügung der Stadt soll verhindern, dass so etwas noch mal passiert.  © Christophe Gateau/dpa

FDP-Stadtrat Frank Müller-Rosentritt (38) ermuntert die Heime, wieder Besuche zu ermöglichen: "Zur Würde des Menschen gehört es, im Alter Besuch empfangen zu können."

Titelfoto: Christophe Gateau/dpa

Mehr zum Thema Chemnitz:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0